2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/500.md

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Aber es existieren auch wahrnehmbare Gegentrends.
Politisch wächst die »Generation Greta« in unsicheren
Zeiten auf. In Europa und den USA ist das etablierte
repräsentativ-demokratische System ins Wanken geraten.
Parteien bieten keine Garantie für klare inhaltliche
Positionen mehr. In mehreren europäischen Ländern sind
rechtspopulistische Parteien entweder in
Regierungsverantwortung oder mit einem hohen Maß an
Einflusspotenzial ausgestattet. Großbritannien hat die
Europäische Union formal verlassen. Das Votum zum Brexit
war aber ein Symptom für unterschiedliche politische
Haltungen der Generationen und die sich daraus
ergebende prekäre Generationengerechtigkeit politischer
Entscheidungen in allen westlichen Demokratien. Weil
jeder Mensch eine Stimme hat, unabhängig von seinem
Alter, wird der Einfluss der älteren Wählerinnen und
Wähler immer größer. Ihre Chance, in demokratischen
System Interessen durchzusetzen, wachsen strukturell von
Jahr zu Jahr, weil sie wegen der demographischen
Entwicklung immer mehr werden.
Das prägt die politischen Entscheidungen auch in
Deutschland, wo das demographische Gewicht der älteren
Generationen deutlich höher ist. Die spezifischen
Interessen der jüngeren Bevölkerung im Bereich von
Bildung und Ausbildung, Infrastruktur und Ökologie
werden notorisch vernachlässigt, wie ein Blick in marode
Kindergärten und Schulen, auf Straßen oder die
mangelnden Investitionen in die erneuerbaren Energien
deutlich macht. Es ist zu erwarten, dass sich eine junge
Generation mehr Gehör verschaffen kann. Es gibt eine
neue politische Beteiligung, die Umweltthemen und
Klimapolitik zum Gegenstand macht. Das Interesse der
unter 20-Jährigen steigt. Zum ersten Mal seit Jahren lassen
sich große politische Aktionen erleben, die von jungen
Menschen getragen werden. Die Daten der SHELL
Jugendstudie 2019 zeigen, dass der Anteil der