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Sinus-Milieu
Merkmale der Erziehung
Hedonisten
Konzeptloses »Laissez-faire«;
Erziehung ist negativ belegter
Begriff und gilt als anstrengend;
viel Freiheit und Verantwortung für
das Kind
Tab. 6: Soziale Milieus und ihre Erziehungsstile. Quelle:
Merkle/Wippermann/Henry-Huthmacher 2008.
Für die Verbindung der Ungleichheits- und
Sozialisationsperspektive sind diese Ergebnisse von hoher
Relevanz. Sie zeigen, dass in der horizontalen und
vertikalen Gliederung einer Gesellschaft sich
Ungleichheiten der Verfügbarkeit über Ressourcen und
entsprechende Mentalitäten überschneiden. Einmal
beispielhaft hierzu: Während sich die Erziehungsstile der
»Etablierten«, »Postmateriellen« und »Modernen
Performer« (den Trägern von viel ökonomischem und
kulturellem Kapital) zwar unterscheiden, sind sie im
Merkmal der deutlichen Leistungsorientierung eng
miteinander verbunden. Dem behütenden Erziehungsstil
der »Bürgerlichen Mitte« (der als Bremse der Entwicklung
individueller Selbstständigkeit fungieren kann), stehen die
auf Permissivität und Laissez-faire ausgerichteten
Erziehungsstile der »Experimentalisten«,
»Konsummaterialisten« und »Hedonisten« am unteren
Ende der sozialen Hierarchie gegenüber. Hier wird
deutlich, dass dieser wenig involvierte Erziehungsstil in der
Realität nur selten praktiziert wird. Wenn er eingesetzt
wird, dann nicht von den erfolgsorientierten,
ressourcenstarken Milieus, sondern von den Eltern, die in
unterprivilegierten oder prekären Lebensverhältnissen
erziehen. Hiermit wird ein hochinteressanter Blick auf den