2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/456.md

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In Zeiten eines omnipräsenten Wettbewerbs und
gestiegenen Anforderungen an die Leistungs- und
Teamfähigkeit steigen aber auch die Anforderungen an die
Akzeptanz von Diversität in geschlechtlicher Hinsicht
(Quenzel/Hurrelmann 2010). Dass die jungen Frauen ihre
Bildungsleistungen auf allen Stufen des Bildungssystems in
den letzten dreißig Jahren stetig verbessert haben und
Männer das erste Mal häufiger zu den Bildungsverlierern
gehören, scheint in dieser Situation auch die Bereitschaft
zu erhöhen, Ressentiments und Vorurteile gegenüber der
Forderung nach Geschlechtergerechtigkeit auszubilden.
Die Erweiterung der binären Geschlechterperspektive
An Komplexität gewinnt eine Genderperspektive dann
noch, wenn weitere Formen der Vielfalt und
Vervielfältigung mitgedacht werden. Für junge Menschen
ist die geschlechtliche Sozialisation heute bereits mit einer
viel größeren Selbstverständlichkeit damit konfrontiert,
dass Lebenspartnerschaften aus homosexuellen Paaren
bestehen können und die geschlechtliche Zuordnung im
Lebenslauf variieren kann. Noch stehen wir hier am Beginn
einer Dekonstruktion der Zwei-Geschlechterordnung. Aber
dass bereits LGBTQ oder LGBTQIA+ (als Abkürzungen für
lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender,
queere, intersexuelle und asexuelle Menschen)
Gemeinschaften von Jugendlichen wahrgenommen werden,
ist Zeichen einer weiteren Transformation. Noch ist
deutlich, dass die Akzeptanz dieser weiteren Aufweichung
der biologischen Geschlechtsperspektive sehr gering ist.
Jugendliche, die sich einer »queeren« Identität zuordnen,
machen Diskriminierungserfahrungen und können und
haben kaum Zugang zu Normalität im Umgang mit ihrer
geschlechtlichen Identität.
Watzlawik/Salden/Hertlein (2017, S. 170) berichten aus
eine solche Perspektive aus der Befragung von
Jugendlichen im Alter von 15 bis 21 Jahren: »Eine zweite