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Sex und Gender
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Für die Sozialisationstheorie von besonders großer
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Bedeutung ist die geschlechtliche Diversität
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(Bilden/Dausien 2006). Sie strahlt in praktisch alle Bereiche
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der Persönlichkeitsentwicklung aus. Männer und Frauen
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unterscheiden sich nach ihren Geschlechtschromosomen
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und Geschlechtshormonen (englischsprachig wird mit
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»sex« die biologische Seite des Geschlechts beschrieben).
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In rein physiologischer Hinsicht ist das Ergebnis ein
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unterschiedlicher Bau der Geschlechtsorgane, des Körpers
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und des Gehirns sowie ein unterschiedlicher hormoneller
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Haushalt. Diese körperliche Dimension wird aber stark
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durch stereotype kulturelle und erzieherische Einflüsse
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überlagert (Zuschreibungen, die englischsprachig als
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»gender«, also als eine Art »soziales« Geschlecht
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beschrieben werden).
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Noch immer lassen sich durch die »Sex-und-GenderBrille« auch für die fortgeschrittenen westlichen
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Gesellschaften sehr typische und konservative
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Rollenzuschreibungen erkennen. Selbstverständlich sind
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diese nicht so stark wie in einigen traditionell und
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patriarchal verfassten Gesellschaften (zumeist des globalen
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Südens), in denen Frauen häufiger nicht die gleichen
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Rechte eingeräumt werden, Gewalt gegenüber Frauen eher
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toleriert wird und Abweichungen von geschlechtlichen
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Festlegungen mitunter sogar »rechtlich« verfolgt werden.
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Männer nehmen aber auch in den Ländern, in denen
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soziale Bewegungen von Frauen wichtige Erfolge errungen
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haben, traditionell die Rolle ein, machtvoll und überlegen
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für die Sicherung der eigenen Lebensgrundlagen und der
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ihrer Angehörigen zu sorgen. Zum »typisch männlichen«
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Verhalten gehören die Durchsetzung gegen Konkurrenten,
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das Bemühen um Dominanz, Selbstbehauptung, die
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Abgrenzung von anderen, die Ausweitung des Selbst und
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Eroberung des sozialen Raumes.
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