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Materielle und immaterielle Ungleichheiten
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Soziale Ungleichheiten werden als Forschungsgegenstand
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von einem alltagsweltlichen Ungleichheitsverständnis
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abgehoben. Im Unterschied zu der Perspektive auf die
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Phänomene sozialer Differenzierung und ubiquitärer (also
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überall vorhandener) Unterschiede zwischen Individuen
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werden als »strukturierte soziale Ungleichheiten«
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(Kreckel 1992) solche verstanden, die systematisch erzeugt
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oder reproduziert werden und soziale Konsequenzen nach
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sich ziehen, also Konsequenzen für die individuelle
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Lebensführung oder den Zugang zu bestimmten Gütern
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und Ressourcen haben. Ungleichheiten werden in dieser
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Hinsicht unterschieden in materielle Ungleichheiten
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(verstanden als ungleiche materielle Ausstattung bei der
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Verfügbarkeit über Geld, Vermögen, und Besitz),
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Ungleichheiten der Lebensführung, Präferenzbildung und
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Lebensstile sowie schließlich Ungleichheiten der
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Netzwerkorientierung und -bildung (Vester et al. 2001). Die
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Orientierung auf allen drei Ebenen wird mit Bezug zur
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soziologischen Theorie von Bourdieu auch als
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Unterscheidung zwischen ökonomischem, kulturellem und
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sozialem Kapital diskutiert.
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Ein entscheidender Schritt der Perspektiverweiterung in
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der Ungleichheitsforschung ist, dass Ungleichheiten nicht
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nur materiell verstanden werden (also als Geld und
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Vermögen im Sinne des ökonomischen Kapitals), sondern
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immateriell als kulturelle Ressource oder nach Bourdieu als
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kulturelles Kapital. Die Frage nach der dominanten
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Ressourcen- oder Kapitalform kann aber nicht einwandfrei
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beantwortet werden. Vor allem makrosoziale Bedingungen
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(gesellschaftliche Kräfteverhältnisse, Zustand des
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Wohlfahrtsstaates, ökonomische Ausgangsbedingungen
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oder der Einfluss von sozialen Bewegungen) können
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Schwankungen im Grad der Spreizung der
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Ungleichheitsstruktur bedingen. Als relevante
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