2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/427.md

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Lieblingssüßigkeit genutzt wird.« (Sander/Kamin 2018, S.
7)
Bei der Suche nach Informationen müssen also Relevanz
und Glaubwürdigkeit der Inhalte eingeschätzt werden
können, wenn die Nutzerinnen und Nutzer nicht verzerrten
oder falschen Aussagen von durch kommerzielle, politische
oder religiöse Absichten geleiteten Anbietern aufsitzen
wollen (hierzu grundlegend von
Gross/Meister/Sander 2015). In sozialisationstheoretischer
Perspektive ist eine den eigenen Bedürfnissen
entsprechende Nutzung das entscheidende Kriterium für
die Frage, ob Medien einen positiven Einfluss auf die
Persönlichkeitsentwicklung, also vor allem auf die
Bewältigung der lebenslaufspezifischen
Herausforderungen, die Verbindung von Individuation und
Integration und die Festigung der Ich-Identität, ausüben
oder nicht. Auch für die gesellschaftliche
Handlungsfähigkeit wird Medienkompetenz zu einer immer
wichtigeren Größe, weil sie für Bildungsleistungen und
berufliche Tätigkeiten und zunehmend auch für Konsumund Politikaktivitäten immer selbstverständlicher
vorausgesetzt wird.
Die Medien bieten vielfältige Orientierungspunkte für die
Selbstinszenierung und Identitätsdefinition an, denn sie
ermöglichen die Produktion eigener Inhalte. Eigene
künstlerische Werke, Artikel in elektronischen Lexika und
Beiträge zu Produkten und Dienstleistungen können einem
beliebig großen Kreis von Interessenten angeboten werden.
Die Voraussetzung für diese kreative und selbsttätige
Nutzung ist, dass Nutzerinnen und Nutzer über eine breite
Mischung aus Medienwissen, -gestaltung und -reflexion
verfügen. Werden Menschen hingegen durch die
überwältigende Fülle und Dynamik der medialen Formen
und Botschaften in eine passive Konsumentenrolle
gedrängt, kann es zu einer »Instrumentalisierung« der
Bedürfnisse und Interessen kommen. Das Ergebnis können