2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/422.md

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Der Einfluss der Freundesgruppe
Vom Kindes- und Jugendalter an führen Freundes- und
Gleichaltrigengruppen Menschen mit ähnlichen
Bedürfnissen und Orientierungen zusammen und erfüllen
ihr Verlangen nach Gemeinschaft und Beteiligung. Diese
Gruppen begleiten die Emanzipation von den Eltern,
ergänzen die Impulse der Schule und bereiten auf soziale
Anforderungen in der Freizeit- und Konsumwelt vor.
In der Freundesgruppe ist ein Austausch von Sichtweisen
und Gefühlen unter Personen gleichen Rangs und mit
vergleichbarem Erfahrungshorizont möglich. Es geht um
Sorgen und Probleme, die mit der Bewältigung
lebenslaufspezifischer Herausforderungen
zusammenhängen. Freundesgruppen bemühen sich um
Verständnis und Solidarität und unterstützen sich
gegenseitig darin, ihre soziale Lebenswelt zu gestalten.
Aufgrund ihrer Vertraulichkeit können sie auch Themen
aus dem emotionalen und sexuellen Bereich aufgreifen, die
in der familiären oder partnerschaftlichen Kommunikation
meist ausgespart bleiben. Freundesgruppen sind daher für
die Vermittlung von Hilfe und Unterstützung unverzichtbar
(Harring/Böhm-Kasper/Rohlfs 2010;
Albisser/Buschor 2011).
Ein Blick auf die Freizeitaktivitäten der in der SHELL
Studie befragten Jugendlichen zeigt entsprechend, dass
neben Musik-, Fernseh- und Filmkonsum das Treffen mit
den peers eine große Rolle spielt. Sie dominieren nicht,
sind aber, angereichert durch den Austausch über social
media der zentrale Anker von Kontakt- und
Austauschbedürfnissen in Freundeskreisen. Gerade soziale
Netzwerke ermöglichen eine freie Gestaltung von
Beziehungen und Kontakten unterschiedlichster Form und
Dichte, die so im direkten persönlichen Austausch von
Angesicht zu Angesicht gar nicht möglich wären. Durch die
weltweite Vernetzung werden traditionelle soziale