2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/418.md

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Bewegungsmuster. Es kommt zu einem intensiven
Austausch von Auffassungen und Einstellungen, einer
Annäherung oder sogar Übereinstimmung von Lebensstilen
und Werthaltungen, religiösen und politischen Positionen
oder Freizeit- und Konsumgewohnheiten. Da die
Partnerbeziehung unabhängig davon, ob sie gleich- oder
gemischtgeschlechtlich ist eine erotische und sexuelle
Basis hat, sind alle diese Einflüsse auf die
Persönlichkeitsentwicklung von großem Gewicht.
Die Partnerschaft kann in eine Familie integriert sein;
Familien entstehen in der Regel aus dem intimen
Zusammenleben von zwei Menschen in einer
Liebesbeziehung. Sobald Kinder geboren werden,
verändert die Partnerschaft der Eltern ihren Charakter,
bleibt aber als relativ autonomes Untersystem im
Gesamtsystem der Familie bestehen. Vor der
Familiengründung und nach dem Auszug der Kinder aus
der Familie ist diese Partnerschaft ein soziales System, das
keine Erziehungs- und Bildungsaufgaben erfüllt, sondern
der Lebensgestaltung zu zweit dient. In allen Fällen ist die
Partnerschaft ein sozialisationsrelevantes System, das
starken Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung nimmt.
Die befragten Jugendlichen der Shell Jugendstudie aus
der jüngsten Erhebungswelle im Jahr 20019 bestätigen
diese hohe Bedeutung der Partnerschaften sehr deutlich
(Hurrelmann et al. 2019). Sie artikulieren eine enge
Bindung zu ihren direkten Bezugsgruppen, vor allem zu
denen, denen sie familiär verbunden sind. Bezüglich der
Einschätzung zu der partnerschaftlichen Beziehung in der
Familie lässt sich im Zeitvergleich über 17 Jahre hinweg
sogar noch eine Steigerung unter den zustimmungswerten
der Jugendlichen erkennen, wenn es darum geht, das
eigene Verhältnis zu den Eltern als gut oder bestens zu
bewerten. Haben im Jahr 2002 bereits 90 Prozent von
einem durchweg positiven Verhältnis zu denen eigenen
Eltern berichtet, sind es im Jahr 2019 sogar 92 Prozent. Das