2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/416.md

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Lebensbereiche verändern. Die jüngeren Altersgruppen
wachsen heute selbstverständlich mit der Nutzung der
digitalen Medien auf. Sie verbringen zumeist mehr Zeit vor
einem Bildschirm (Smartphone, Tablet) als in der Schule.
Der Verzicht auf diese Medien, den »Erwachsene« häufig
verlangen, bedeutet für sie den Verzicht auf eine
Lebenswelt, die für sie so natürlich ist wie für eine ältere
Generation der Rekurs auf eine analoge Erfahrungswelt.
Damit ist eine weitere Kernannahme des MpR in der
Sozialisationstheorie umschrieben. Das achte Prinzip der
Bedeutung der alltäglichen Lebenswelt hebt darauf ab,
dass neben den primären und sekundären
Sozialisationsinstanzen ein breites Spektrum von sozialen
Systemen existiert, deren wesentliche gesellschaftliche
Funktion nicht in Erziehung, Bildung und Qualifizierung
besteht. In das Spektrum der tertiären Instanzen gehören
neben der beruflichen Erwerbsarbeit, dem Freundes- und
Bekanntenkreis, dem Konsum- und Freizeitsektor, den
Medien auch die religiös geprägten Vergemeinschaftungsund die politischen Beteiligungsformen. Sie alle sind zur
alltäglichen Lebenswelt eines Menschen zu zählen und
üben jeweils auf andere Weise einen erheblichen Einfluss
auf die Persönlichkeitsentwicklung aus.
DAS ACHTE PRINZIP UNTER DER LUPE
Die erste Annäherung macht bereits deutlich, wie eng die
primären und sekundären Sozialisationsinstanzen mit den
tertiären der sozialisationsrelevanten Lebenswelt
verflochten sind. Alle Dimensionen der
sozialisationsrelevanten Lebenswelt wirken auf die
Persönlichkeitsentwicklung ein und spielen eine
unterschiedliche Rolle für jeden Menschen. Gleichzeitig ist
hier schwer zu pauschalisieren. In jeder Biografie und in
jeder Lebenswelt finden sich große Unterschiede der
Instanzen, die Einfluss nehmen. Einige Lebenswelten