2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/410.md

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bildet über die gesamte Zeit der Erwerbstätigkeit hinweg
ein nachhaltig wirkendes Sozialisationsmilieu, einen
zentralen Bereich der äußeren Realität, mit vielen
persönlichen Kontakten zu Berufskollegen und
Abstimmungen von Werten und Lebensansprüchen.
Arbeitsbedingungen üben einen starken Einfluss auf die
Persönlichkeitsmerkmale und die Lebensplanung aus. Die
physischen Arbeitsbedingungen, die Möglichkeiten des
Einsatzes der eigenen Fähigkeiten, der Rhythmus der
Arbeitstätigkeiten und ihr Abwechslungsgehalt, das Tempo
und die Intensität der Arbeitsabläufe, die sozialen
Bedingungen und interaktiven Beziehungen, das Prestige
und die Beförderungsmöglichkeiten, der Bezahlungsmodus
und das Gesamteinkommen erweisen sich als
ausschlaggebende Faktoren.
Die berufliche Entwicklung zum Arbeitskraft-Unternehmer
Im Zuge der Einführung von modernen Informations- und
Kommunikationstechniken in den Arbeitsalltag verschieben
sich die beruflichen Anforderungen in Richtung eines
individualisierten Qualifikationsprofils von Erwerbstätigen,
verbunden mit der Notwendigkeit einer permanenten
Anpassung an veränderte Arbeitsbedingungen. Das setzt
die Bereitschaft zur Selbstkontrolle der eigenen
Arbeitsleistung voraus.
Allmählich bildet sich hierdurch ein neuer Idealtypus der
Erwerbstätigkeit heraus, der dadurch gekennzeichnet ist,
dass Berufstätige nicht mehr in erster Linie ihr
Arbeitsvermögen im Rahmen von vorstrukturierten
Arbeitsplätzen anbieten (»verkaufen«), sondern
vorwiegend als Auftragnehmer für im Einzelnen
vereinbarte Arbeitsleistungen handeln. Die »ArbeitskraftUnternehmer«, wie sie genannt werden, können
(Pongratz/Voß 2004) und müssen in der Lage sein, den
täglichen Arbeitsablauf selbstständig zu planen und zu
strukturieren. Das gilt für die zeitliche Ebene ebenso wie