2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/407.md

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repräsentieren zugleich ein relevantes Erfahrungsterrain
für die individuelle Entwicklung und Entfaltung, das nicht
nur in direkter Abhängigkeit von der umgebenden sozialen
Lebenswelt steht, sondern von vorgelagerten familial oder
schulisch geprägten Sozialisationserfahrungen unterlegt
ist.«
Im Unterschied zur beruflichen Bildung sind die
Bildungsimpulse an Hochschulen systematischer und
theoretischer Natur. Schaut auf man auf die
Entstehungsgeschichte der beruflichen Bildung, war diese
Abgrenzung wahrscheinlich auch ein wesentliches Ziel der
Vorbereitung auf praktische Tätigkeiten im Berufsfeld.
Dobischat und Düsseldorff (2015, S. 473 f.) führen hierzu
weiter aus: »Historisch betrachtet war die Berufsbildung
und ihre sukzessive Institutionalisierung ein im 18.
Jahrhundert beginnender und dauerhafter Prozess der
sekundären Sozialisation. Es ging darum, die
Sozialisationsfunktion der handwerklichen Ausbildung der
Ständegesellschaft qualifikatorisch den sich entwickelnden
Produktivkräften schrittweise anzupassen (18.
Jahrhundert), dabei eine Identifikationsbasis für das in der
Entstehung begriffene System industriell-gewerblicher
Arbeitsmärkte in der Phase der Protoindustrialisierung (ab
den 1830er Jahren) zu schaffen und später die in der Phase
der Hochindustrialisierung diagnostizierte Erziehungslücke
bei männlichen Jugendlichen der Unterschicht an der
Übergangszone zwischen Volksschulentlassung und
Militärdienst zu schließen, um die Transformation einer
traditionell handwerklich und merkantilistisch verfassten
zu einer bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft zu
flankieren und Integrations- und Identifikationsleistungen
für die herrschenden politischen Machtverhältnisse zu
vollbringen.«
Im Unterschied dazu sind die formalen
Rahmenbedingungen für die Sozialisation in Hochschulen
mit denen in allgemeinbildenden Schulen eher