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Dieses Bildungsverständnis hat auf den ersten Blick mit
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dem heutigen Charakter einer pragmatisch und
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funktionalistisch ausgerichteten Bildung relativ wenig zu
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tun. Tatsächlich aber ist der Wert von Bildung offenbar
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nicht unmittelbar mit den Lerninhalten verbunden,
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vielmehr steht das Ergebnis einer Bildungslaufbahn im
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Mittelpunkt. Ein hoher Bildungsabschluss ist ein Kapital,
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das in gesellschaftlichen Verteilungskämpfen eingesetzt
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wird. Autonomie und Freiheit bedeuten in dieser Hinsicht,
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dass die Stufenleiter emporgestiegen werden kann. Oben
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angekommen sind die Tätigkeiten weniger fremdbestimmt,
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die Gratifikation als Gehalt ist umfangreicher und
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Anerkennung und Autonomie der Lebensführung sind
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leichter zu erlangen.
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Sozialisation in der Hochschule und beruflichen Bildung
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Angesichts dieser Tendenzen ist in allen hochentwickelten
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Gesellschaften ein Trend zur Hochqualifizierung zu
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erkennen, der sich insbesondere in dem wachsenden Anteil
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von Studierenden im Hochschulsystem ausdrückt.
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Deutschland ist – wie bereits argumentiert – im
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internationalen Vergleich eher ein Schlusslicht und die
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akademische Bildung an Hochschulen ist noch kein
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dominierendes Muster. Angelsächsische Länder wie die
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USA und Australien, aber auch die skandinavischen Länder
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kennen weit höhere Quoten, die im Durchschnitt um die 70
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Prozent liegen (OECD 2010, S. 56).
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Ungefähr eine halbe Million Jugendliche nimmt jährlich
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ein Hochschulstudium neu auf. Pro Jahr wandern aber auch
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ca. eine Million Jugendliche in einen Bildungsgang
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innerhalb des beruflichen Ausbildungssystems. Dobischat
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und Düsseldorff (2015, S. 469) rahmen diese Zahlen, indem
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sie den Charakter der an die Schulbildung anschließenden
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Bildungsetappen erörtern: »Der Auftrag der institutionellen
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Akteure ist dabei nicht allein, fachliches Wissen und
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berufliche Kompetenzen zu vermitteln, sondern sie
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