2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/402.md

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»soziale Sortierung« (Selektion) der Schülerinnen und
Schüler für spätere gesellschaftliche Positionen. Die
Schule vergibt Zeugnisse und Abschlusszertifikate, die
Zugangsvoraussetzungen für nachfolgende
Ausbildungseinrichtungen und spätere Berufspositionen
sind. Durch diese Vorgehensweise bildet sie über die
Rollenstrukturen und Verhaltensanforderungen
bestimmte Persönlichkeitsmerkmale der Schülerinnen
und Schüler heraus und klassifiziert diese Merkmale
zugleich nach Kriterien der Wettbewerbsgesellschaft als
mehr oder weniger wertvoll für künftige berufliche
Karrieren.
Die schulische Leistungsfähigkeit ist in den
hochentwickelten Ländern zur strukturell wichtigsten
Basis für das berufliche Fortkommen geworden. Das gilt
besonders stark in solchen Gesellschaften, die wie
Deutschland von einem formalen Laufbahnprinzip, also
von klaren Berechtigungen für den Eintritt in bestimmte
Berufslaufbahnen ausgehen. Eine gute Schulausbildung
mit einem hochwertigen Abschluss ist eine notwendige,
aber noch keine hinreichende Voraussetzung für einen
sicheren und hohen Berufsstatus. Weil immer mehr
Angehörige eines Jahrgangs hohe Abschlüsse erwerben,
kommt der Qualität der sich anschließenden beruflichen
oder hochschulischen Ausbildung eine zunehmend
wichtige Rolle im Statuswettbewerb zu.
1. Die Funktion der Vermittlung von sozialen
Umgangsformen: Schulen übernehmen drittens die
Sozialisationsfunktion der Vermittlung der in der
Gesellschaft vorherrschenden sozialen Umgangsformen.
Als gesellschaftlich autorisierte Bildungseinrichtungen
sind sie bemüht, durch geplante und gesteuerte Impulse
ihres professionellen Personals die
Persönlichkeitsentwicklung ihrer »Klient*innen« gezielt