2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/398.md

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soziale Verantwortung eröffnet werden, die inhaltlich
wichtige Ergänzungen zur Familienerziehung darstellen.
Kinder können sich als Teil einer
altersgruppenübergreifenden Gemeinschaft erleben und
aktive Rollen in der Gestaltung ihres Wohnumfeldes
übernehmen. Diese Entwicklung kann dadurch unterstützt
werden, dass familienbezogene Beratung, psychologische
Hilfe und medizinische Betreuung in den Kindergarten
integriert werden. Hierdurch können Kindergärten für die
Familien mit Vorschulkindern zu Nachbarschaftszentren
werden, über die viele Kontakte und Informationen laufen.
Ein gemeindeorientierter Kindergarten ermöglicht es
Kindern, sich die Kompetenz anzueignen, erste Schritte in
den öffentlichen Raum zu machen und mit der Erweiterung
ihres sozialen Aktionsradius Kontakte zu erschließen, die
über die in der Familie hinausgehen. Wenn Eltern laut
Grundgesetz eine Schlüsselrolle für die Förderung der
Kinder eingeräumt bekommen, dann müssen sie also auch
in die Lage versetzt werden, sie kompetent auszufüllen.
Nach Abschluss des Kindergartens beginnt für alle
Kinder in den meisten Gesellschaften der gesetzlich
verpflichtende Schulbesuch. Der Kindergarten hat die
Aufgabe, den Sozialisationsprozess der ersten fünf bis
sechs Lebensjahre zusammen mit den Eltern zu gestalten
und die Kinder auf den Übergang in die Schule
vorzubereiten. Mit der Schule beginnt dann der Ernst der
Bildungsqualifizierung.
Die vier Ebenen der Sozialisation in der Schule
Der Übergang von der Erziehungsinstitution Kindergarten
in die Bildungsinstitution Schule ist aus diesem Grund in
den meisten Gesellschaften ein Wechsel zwischen zwei
sozialen Welten, die sich in ihren Umgangsformen und
Arbeitsweisen deutlich unterscheiden (hierzu bereits
Hurrelmann 1975 und aktuell Graßhoff et al. 2013).