37 lines
1.8 KiB
Markdown
37 lines
1.8 KiB
Markdown
Bildungsbilanzen und Bildungsvergleiche
|
||
|
||
Es lohnt sich, noch einmal den Blick von der bloßen
|
||
Struktur zu den Erträgen im deutschen Bildungssystem zu
|
||
verschieben. Im internationalen Vergleich sind die
|
||
Bildungserfolge nicht so gut wie sie für ein rohstoffarmes,
|
||
von seinem technischen Fortschritt abhängiges Land wie
|
||
Deutschland erwartet werden könnte. Eine empirisch gut
|
||
abgesicherte Möglichkeit, die Bildungsbilanzen
|
||
unterschiedlicher Länder zu vergleichen, bieten die
|
||
Schulleistungsstudien des »Programme for International
|
||
Student Assessment« (PISA). Die Organisation für
|
||
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
|
||
führt mit PISA detaillierte Analysen der Kompetenz
|
||
fünfzehnjähriger Schülerinnen und Schüler durch und
|
||
misst den Einfluss des sozioökonomischen Status auf ihren
|
||
Bildungserfolg. Damit lässt sich das Leistungsniveau der
|
||
Schülerschaft ebenso wie die Leistungsungleichheit nach
|
||
sozialer Herkunft feststellen – und zwar von Beginn der
|
||
Messungen an (Deutsches PISA-Konsortium 2002). Die
|
||
Kritik an den PISA-Studien, die rund 20 Jahren
|
||
durchgeführt wurden, ist unüberhörbar geworden. Darum
|
||
auch sollten die Ergebnisse sehr vorsichtig interpretiert
|
||
werden.
|
||
Grundsätzlich kann aus den vorliegen Erkenntnissen aus
|
||
internationalen Vergleichsstudien gefolgert werden, dass
|
||
die skandinavischen Länder beim Mittelwert der
|
||
Leistungen fast durchgängig am besten abschneiden.
|
||
Zugleich ist in diesen Ländern der Einfluss der sozialen
|
||
Herkunft auf die Schulleistungen am geringsten. Die
|
||
ausgewogene Familien- und Bildungspolitik dieser Länder
|
||
führt dazu, dass sie im Vergleich das höchste
|
||
Leistungsniveau der Schülerschaft und zugleich die
|
||
geringste Leistungsungleichheit nach familiärem
|
||
Hintergrund der Schülerinnen und Schüler erreichen.
|
||
Großbritannien als marktwirtschaftlich geprägtes Land
|