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Kulturelles Kapital und soziale Eliminierung
Im akademischen Feld wird auf diese Weise miteinander
konkurriert, es wird um Anerkennung gerungen. Es finden
aber auch permanent Modernisierungen statt. Wenn ein
junger Professor oder eine junge Professorin vor den
Studierenden steht und in lockerer Kleidung (kaum von der
der Studierenden zu unterscheiden) spricht, wirkt das wie
eine Liberalisierung des Bildungsfeldes. Tatsächlich ist es
aber nicht so. Die Machtmechanismen bleiben erhalten,
nur in anderer Form. Professorinnen und Professoren, die
ohne Manuskript reden können, alte Schuhe tragen, eine
Jeanshose (keine Anzughose) oder Lederjacke, halten einen
bestimmten Code ein, an den man sich zu halten hat. Es ist
ein permanentes Spiel mit Signalen, die andeuten, wo wir
jemanden einordnen. Bildungsnah oder bildungsfern,
erfolgreich im Bildungsfeld oder doch ein Mitläufer, welche
Art von Milieuzugehörigkeit liegt vor usw.
Man würde nie auf die Idee kommen, dass
Universitätsprofessoreninnen für Soziologie oder
Erziehungswissenschaften ein Auto fahren, das jünger als
zwei Jahre ist. So wird ohne Pause kategorisiert, und durch
diesen Mechanismus werden auch Schülerinnen und
Schüler eingeordnet. Der kleine Junge mit der Sporthose,
der nicht die adäquate Schulkleidung trägt, das kleine
Mädchen, das immer ihr Handy fixiert, das andere
Mädchen, das gern liest und ein Instrument spielt. Das sind
die Signale und damit verbundene Zuschreibungen, mit
denen soziale Zugehörigkeit bestimmt wird und eine
Voraussage über das getroffen, was jemand erreichen kann
(weil die soziale Laufbahn immer schon vorausgesehen
wird).
An dieser Stelle sind Sprachbarrieren in der Schule ganz
eng mit dem kulturellen Kapital verbunden, das eine
Person hat. Diejenigen Leserinnen und Leser, die aus
bildungsfernen Milieus stammen, kennen das aus ihrer