2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/373.md

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Führungstätigkeit erfordert. Auslese und Aufstieg im
Unternehmensbereich machen das Erlangen des
Bildungstitels zur notwendigen Eintrittsvoraussetzung.
Wenn auch, wie Hartmann (1995, 1996) in seinen Arbeiten
zur Elitenreproduktion gezeigt hat, der Bildungstitel allein
nicht ausreicht und persönliche Netzwerke doch noch zu
einem Vorteil im Statuswettbewerb werden, haben
Bildungsbiografien den Familienstammbaum abgelöst.
Die Reproduktion sozialer Ungleichheiten durch Familie und Schule
Das Besondere dieser Entwicklung ist nach Bourdieu, dass
trotz des Wandels im Bildungsbereich soziale
Ungleichheiten, die mit der sozialen Herkunft verbunden
sind, immer noch weiterwirken. Der Zusammenhang
zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ist nicht
festgelegt (die familiäre Herkunft bestimmt nicht, welche
Chancen man hat), aber er sorgt dennoch für ungleiche
Startchancen. Weil Bourdieu zu diesem Themenkomplex als
Pionier gilt, soll noch einmal auf seine Arbeiten Bezug
genommen werden:
»Doch was ihr [der Familie] weggenommen wird, erhält sie zugleich in
anderer Form, über die Klassenschiene, wieder zurück, und zwar vermittels
der weniger sicht- baren Mechanismen der Sozialstatistik, die eben weil
sie nach der Wahrscheinlichkeit funktioniert der Klasse im ganzen jene
Eigenschaften zu verleihen imstande ist, die sie dem einen oder anderen
Klassenmitglied im Einzelfall verweigert.« (Bourdieu/Boltanski/de Saint
Martin 1981, S. 45)
Im Gegensatz zur direkten Statusvererbung in der Familie
erfüllt der schulische Reproduktionsmodus eine
legitimatorische Funktion. Die Schule wird zur
rechtmäßigen Instanz, die die soziale Selektion vornehmen
darf. Sie trifft damit aber auch eine wesentliche
Entscheidung darüber, wer sozial auf- oder absteigt. Nach
Bourdieu stellen der schulische und familiale
Reproduktionsmodus daher keinen Gegensatz dar. Wie aber
erreichen die Privilegierten die Erhaltung und