2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/370.md

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Gegenstand und Verortung
Die Darstellung zum sechsten Prinzip zeigt, wie stark sich
die sozialen Funktionen der Familie im Laufe der letzten
einhundert Jahre verändert haben. Familien sind kleine und
spezialisierte soziale Systeme geworden, die neben der
Sicherung der Beziehung des Elternpaares fast nur noch
die Aufgabe der Betreuung der Kinder, aber auch die
deutlich eingeschränkt, haben. Wichtige gesellschaftlichen
Funktionen, etwa die der Arbeit, des Haushaltens und der
sozialen Absicherung bei Krankheit und Austritt aus dem
Arbeitsleben, Pflege und Versorgung, sind bereits oder auf
dem Weg, aus der Familie in spezialisierte Systeme
ausgelagert zu werden.
So haben sich auch die Aufgaben von Erziehung und
Bildung in den letzten Jahrzehnten Schritt für Schritt aus
den Familien ausgelagert und sind in spezialisierte
Institutionen übergegangen. Auf diese Weise ist ein
ausdifferenziertes Erziehungs- und Bildungssystem von den
Kinderkrippen über Grundschulen bis hin zu Hochschulen
entstanden, das sich seit der Industrialisierung und
besonders stark seit der Einführung der allgemeinen
Schulpflicht um 1900 zeitlich und sozial immer weiter
ausgedehnt hat. Heute begleitet es ein
Gesellschaftsmitglied während der gesamten Zeit in den
Lebensphasen Kindheit und Jugend und spielt mit
Einrichtungen der Berufs- und Weiterbildung zunehmend
auch im Erwachsenen- und Seniorenalter eine wichtige
Rolle (Rauschenbach 2009).
Zu den sekundären Sozialisationsinstanzen gehören
öffentliche Erziehungs- und Bildungsinstitutionen wie
Kindertagesstätten, Horte, Schulen,
Ausbildungseinrichtungen, Hochschulen,
sozialpädagogische Institutionen sowie Einrichtungen der
beruflichen Aus- und Weiterbildung. Während in der
Sozialisationsinstanz Familie Mütter und Väter als