2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/368.md

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Familien einen viel höheren Unterstützungsbedarf im
Familienleben und in der Bildungsbiografie zeigen als
weniger benachteiligte. Im Vergleich zu anderen Ländern
besteht in Deutschland noch immer ein zu geringes
Angebot an Kinderkrippen, Horten, Kindertagesstätten,
Kindergärten und Schulen mit Nachmittagsunterricht
(»Ganztagsschulen«), die diese Problemlagen der Kinder
und der Familien mit Zeit, Geld und vernetzten Hilfen
aufnehmen können. Benachteiligt sind die Kinder aus
relativ armen Familien auch durch die meist
kinderunfreundliche Gestaltung ihrer sozialen Umwelt.
Diese Benachteiligung reicht von den schlechten
Wohnbedingungen, den höheren Belastungen in der Familie
bis zu den unzureichenden Freizeitangeboten für Kinder
und Jugendlichen gleichermaßen. Die Bedürfnisse und
Wünsche dieser Kinder werden in ihrem Umfeld kaum
beachtet. In der Forschungslandschaft sind diese
dominierenden Faktoren, die durch räumliche Segregation
(also durch die Entmischung von Wohngebieten und die
Abdrängung von armen oder, umgekehrt, wohlhabenden
Gruppen) bedingt werden, gut bekannt (Keller 2007).
Inzwischen finden sie auch Eingang in die
Familienforschung.