2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/359.md

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den Aufbau des Selbstwertgefühls, also der positiven
Wertschätzung der eigenen Person, ist.
Das Absinken der Geburtenziffern
Für viele Paare ist die Entscheidung zur Familiengründung,
also das Votum für oder gegen ein Kind, sehr kompliziert
geworden. Es handelt sich um eine höchst private und
persönliche Entscheidung, die in eine intime Paar- und
Liebesbeziehung eingebettet ist. Da bei dieser
Entscheidung aber die sozialen, kulturellen und
ökonomischen Rahmenbedingungen mitbedacht sein
müssen, kann sie trotz ihres privaten Ausgangscharakters
gesellschaftlich beeinflusst werden.
Das lässt sich daran ablesen, dass sich die Zahl der
Familiengründungen in den einzelnen hochentwickelten
Ländern teilweise stark unterscheidet. Deutschland ist ein
extremes Beispiel für ein technisch entwickeltes und
wohlhabendes Land, in dem die Geburtenziffern, also die
durchschnittliche Kinderzahl pro Frau, in den letzten
fünfzig Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist. Im
Jahr 1960 lag diese Ziffer noch bei 2,4 Kindern pro Frau,
sie erreichte zwischenzeitlich ein Tief unter 1,3 Kindern
und liegt heute wieder bei über 1,5 Geburten in einer
Paarbeziehung (im Vergleich dazu liegt die Geburtenrate
bei rund 1,8 in Großbritannien und rund 2,0 in Frankreich).
Deutschland gehört damit heute zu denjenigen Staaten,
die weltweit die geringsten Geburtenziffern aufweisen und
deren Bevölkerung deshalb bereits deutlich zu schrumpfen
beginnt. Ein Rückgang der Bevölkerung ließe sich nur
vermeiden, wenn die Geburtenquote um den Wert von 2,0
Kindern läge, weil sich damit ein Paar biologisch
reproduzieren würde. Diesen Wert erreichen heute nur
noch wenige hoch entwickelte Staaten, darunter die USA,
Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und die
skandinavischen Länder.