2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/357.md

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gemeinsam abgestimmten Regeln mit klar festgelegten
Sanktionen, die bei Regelbruch sofort eingesetzt werden.
Die drei Enden des Erziehungsdreiecks müssen jeweils
aufeinander abgestimmt sein, um die
Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes zu stärken. So
kann etwa ein Mangel an Anerkennung nicht durch ein
Mehr an Anleitung oder Anregung ausgeglichen werden.
Eine solche Kompensation lässt vielmehr eine inkonsistente
und das Kind irritierende Beziehungsdynamik entstehen.
Ähnliches gilt für andere »Unwuchten« im Zieldreieck. Die
Impulse an allen drei Polen müssen jeweils für sich in einer
guten Dosierung gegeben werden, und zugleich kommt es
auf den ausgewogenen Dreiklang der Pole an. Wie weit
diese noch abstrakte Darstellung von Erziehungspraktiken
an die Orientierung in unterschiedlichen sozialen Milieus
der Eltern heran reicht, wird weiter unten, bei der
Darstellung der durch soziale Ungleichheiten überformten
Erziehungsstile noch einmal aufgenommen.
Liebevolle Konsequenz als geeigneter Erziehungsstil
Ein Resümee zu den Erziehungsstilen kann bisher folgern:
Wird das Zieldreieck der Erziehung umgesetzt, ergibt sich
der Erziehungsstil der auch als »liebevolle Konsequenz«
(Hurrelmann/Timm 2011, S. 45) bezeichnet werden kann.
Liebevoll ist dieser Erziehungsstil, weil das Kind als
eigenständige Persönlichkeit anerkannt und wertgeschätzt
wird und weil die Interessen und Bedürfnisse des Kindes
aufgenommen und weiterentwickelt werden. Konsequenz
zeigt er, weil Eltern und Erziehungsberechtigte sich ihrer
verantwortlichen Rolle bewusst sind und sich mit ihrer
Autorität für das Einhalten der vereinbarten Regeln
(einschließlich der Sanktionierung des Verhaltens bei
Regelverletzung) einsetzen. Es ist vielleicht nicht
überraschend vor diesem Hintergrund, dass der Anteil
derjenigen befragten jungen Menschen, die angeben, dass
ihre Eltern überhaupt nicht als Erziehungsvorbilder dienen