2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/356.md

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Am Pol »Anerkennung« kommt es darauf an, dem Kind
Wärme, liebevolle emotionale Zuwendung und Akzeptanz
zuteilwerden zu lassen. Ungünstig ist es, wenn die
emotionale Zuwendung zu stark oder zu schwach
ausgeprägt ist, also eine gefühlsmäßige Überwärmung
oder Unterkühlung der Beziehung eintritt. Kühle und
zurückweisende gefühlsmäßige Einstellungen von Eltern
und Erzieherinnen und Erziehern können zu Störungen des
Selbstwertgefühls führen, weil Kinder sich abgelehnt
fühlen. Eine von zu großer Enge geprägte emotionale
Atmosphäre kann problematisch sein, weil Kinder sich von
der Liebe und Zuwendung der Eltern erdrückt fühlen und
sich nicht selbstständig entfalten können.
Am Pol »Anregung« geht es darum, Kindern positive
Rückmeldungen zu ihrem erreichten Entwicklungsstand im
sozialen und Leistungsbereich zu geben, zugleich aber
auch wohldosierte Herausforderungen für eine
Weiterentwicklung und Verbesserung zu vermitteln.
Problematisch ist, wenn die Erwartungen an die
Weiterentwicklung zu hoch oder zu niedrig sind. Bei zu
niedriger »Stimulation« erhält das Kind zu wenige Anstöße
für eine höhere Motivation und fühlt sich nicht genügend
ernst genommen. Bei einer zu starken Stimulation kann es
zu Belastungen und Überforderungen kommen, die im
Endeffekt auch die Leistungsfähigkeit des Kindes negativ
beeinflussen.
Am Pol »Anleitung« besteht die Aufgabe darin, ein dem
Alter und der jeweiligen Entwicklung angemessenes sowie
der Persönlichkeit des Kindes gerecht werdendes Ausmaß
an klaren Vereinbarungen und Umgangsformen
festzulegen. Die erwarteten Umgangsformen dürfen von
den Erwachsenen nicht autoritär gesetzt werden, ihre
Bedeutung muss zugleich aber immer wieder
hervorgehoben werden. Günstig für die Entwicklung von
Kindern ist ein gut dosiertes Ausmaß an mit den Kindern