2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/354.md

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viele innere und äußere Faktoren bestimmt wird und mehr
Übergänge als »reine« Typen der Erziehungsstilpraktiken
zu beobachten sind (Ratzke/GebhardtKrempin/Zander 2008). Es darf nicht vergessen werden,
dass ein Erziehungsteil nicht nur von einem Elternteil
geprägt wird und Inkonsistenzen in der Erziehungspraxis
häufiger sind als eine reine Ausprägung eines einzelnen
Stils bei beiden Eltern. Alle verfügbaren Erkenntnisse
geben aber auch Aufschluss darüber, dass extreme
Ausprägungen also der autoritäre, der permissive, der
überbehütende wie auch der vernachlässigende Stil nicht
zu den von den Eltern gewünschten Zielen der
Selbstständigkeit, sozialen Verantwortlichkeit oder
Leistungsfähigkeit führen.
Der Vorteil des autoritativ-partizipativen Stils
In sozialisationstheoretischer Perspektive stellt also keiner
der Erziehungsstile ein wünschenswertes Ideal dar. Die
Konsequenz ist eindeutig: Die extremen Ausprägungen der
elterlichen Autorität und der Berücksichtigung der
kindlichen Bedürfnisse sollten durch einen moderaten und
nachvollziehbaren Gebrauch von persönlicher, immer
wieder neu zu rechtfertigender Autorität von Eltern und
eine sensible, aber nicht übertriebene Berücksichtigung
der Bedürfnisse des Kindes ersetzt werden
(Hurrelmann/Unverzagt 2000).
Ein solcher ausgewogener Erziehungsstil ist
»autoritativ«, weil die Autorität der Eltern zurückhaltend
und umsichtig eingesetzt wird, und er ist »partizipativ«,
weil auf die Bedürfnisse des Kindes im Sinne einer
Mitgestaltung der gemeinsamen Beziehung eingegangen
wird. Er betont dadurch die partnerschaftliche und
kooperative Komponente des Erziehungsprozesses. Im
Unterschied zum permissiven Erziehungsstil sollen nicht
die Kinder die Spielregeln der Erziehung festlegen,
sondern die Eltern sollen diese mit ihnen abstimmen und