2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/344.md

35 lines
1.8 KiB
Markdown

von zwei erwachsenen Menschen unterschiedlichen
Geschlechts geknüpft oder davon abhängig gemacht
werden, ob die Kinder eine biologische oder eine soziale
Beziehung zu ihren Eltern haben (vgl.
Wonneberger/Weidtmann/Stelzig-Willutzki 2018).
Werden diese Aspekte berücksichtigt, kann »Familie« wie
folgt genauer definiert werden: Eine Familie ist eine private
Lebensform, die durch das dauerhafte Zusammenleben von
mindestens einem Elternteil und einem Kind in enger
persönlicher Verbundenheit, solidarischer Beziehung und
verlässlicher Betreuung charakterisiert ist. Die wichtigsten
Funktionen der Familie liegen in der Herstellung einer
dauerhaften Beziehung von Menschen verschiedener
Generationen, die füreinander einstehen, der Erziehung
und Sozialisation der Kinder und der gegenseitigen
Berücksichtigung der Bedürfnisse aller ihrer Mitglieder.
Die Familie bietet als Sozialisationsinstanz den Kindern
deshalb wertvolle Rahmenbedingungen und Erfahrungen,
weil sie trotz ihrer geringen Größe eine reiche Vielfalt von
sozialen und emotionalen Interaktionen ermöglicht. Die
Beziehungen innerhalb der Kernfamilie bauen damit zum
Ersten auf der Unterschiedlichkeit der Geschlechter auf.
Vater und Sohn bilden ein System männlicher, Mutter und
Tochter ein System weiblicher Rollenzuschreibungen. Über
diese Beziehungen werden geschlechtsspezifische
Stereotype innerhalb der Familien artikuliert und
durchgesetzt. Beziehungsdynamiken sind aber auf der
Generationenebene zu beobachten. Mutter und Vater
bilden das »Elternsystem«, die Kinder »Kindersystem«,
beide Systeme stehen sich in einer generationalen Ordnung
gegenüber, wobei die Eltern Einfluss auf die
Umgangsformen und Regeln des Familienlebens nehmen
(Büchner/Brake 2006).
Der Wandel der innerfamiliären sozialen Rollen