2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/339.md

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ökonomische und praktische Zweckbündnisse, die ihren
Mitgliedern alle Lebensfunktionen bis hin zu Sicherheit
und Schutz boten. Es war wirtschaftlich hilfreich und fast
unabdingbar, Kinder zu haben, denn davon hing die weitere
Existenz als Familie ab. Für die Gesellschaft fungierten die
Familien als Produktionsgemeinschaften, die für die
Versorgung aller ihrer Mitglieder aufkamen und zugleich
auch Bildung, Gesundheit und Alterssicherung
garantierten.
Im Vergleich dazu sind die Familien heute eine sensible
Gemeinschaft, die die emotionalen Bedürfnisse der
Zugehörigkeit, Anerkennung und Zuwendung befriedigt.
Die Familie ist zu einem System mit sehr starker
Personenorientierung und mit großer Privatheit und
Intimität geworden. Sie ist heutzutage bei den
erwachsenen Partnerinnen und Partnern ganz überwiegend
auf die Erfüllung der Bedürfnisse nach Glück und
persönlicher Bestätigung im Sinne von Liebe, Nähe,
Emotionalität, Entspannung und Rückzug ausgerichtet, bei
den Kindern auf Erziehung und Persönlichkeitsbildung,
während spezifischere Aufgaben wie die formale Bildung
und die Vorbereitung auf den Beruf aus der Familie
ausgelagert sind (Bertram/Ehlert 2011; Schneewind 2008).
Zugespitzt lässt sich sagen: Die Familie ist zu einer
reinen Sozialisationsinstanz geworden, die nur noch in
wenigen Restbeständen andere gesellschaftliche
Funktionen als die der Erziehung und Betreuung des
gesellschaftlichen Nachwuchses wahrnimmt.
Veränderung der Familienformen
Aus der Familie »ausgewandert« sind aber nicht nur
wichtige Lebensfunktionen, sondern auch viele der
Personen, die ihr früher angehörten. Das gilt in den
betuchten bürgerlichen Haushalten nicht nur für das
Hauspersonal und die beruflich Beschäftigten, sondern
allgemein für das Zusammenleben mit Großeltern und