2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/336.md

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verfasst, die nach spezifischen Regeln und
Verfahrensweisen operieren. Mit dieser sozialen
Differenzierung verlagern und verbreitern sich die
Sozialisationseffekte, denn immer mehr ursprünglich nicht
für Erziehung und Bildung entstandene soziale Systeme
üben Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung der
Menschen aus, die sich längere Zeit in ihnen aufhalten und
mit ihnen in Kontakt kommen.
Daneben bewahrt die Familie eine erstaunliche
Kontinuität, auch wenn sie sich in einer stetigen
Transformationsbewegung befindet. Trotz der
Veränderungsdynamik blieb die Familie bisher in den
meisten bekannten Kulturen der zentrale soziale Kontext
der Sozialisation. Als sehr dicht gewobenes soziales System
ist sie durch das Zusammenleben von Eltern und Kindern
und erweiterten Verwandtschaftsbeziehungen
gekennzeichnet. Dadurch gelingt es der Familie, intensiv
auf die persönlichen Bedürfnisse der Kinder einzugehen,
Impulse für ihre körperliche und psychische Entwicklung
und damit die Gestaltung der »inneren Realität« zu geben
und die Einflüsse der »äußeren Realität«, der sozialen und
physischen Umwelt, zu filtern und zu interpretieren.
Allgemein formuliert ist eine Familie durch das
dauerhafte Zusammenleben von Angehörigen mehrerer
Generationen gekennzeichnet, die in der Regel
voneinander abstammen (aber nicht müssen) und in einem
Sorge- oder Erziehungsverhältnis zueinander stehen.
Welche konkrete soziale Form die Familie hat, hängt
maßgeblich von den wirtschaftlichen und kulturellen
Rahmenbedingungen einer Gesellschaft ab. Die weiteren
Ausführungen dieses Kapitels sollen durch eine weitere
Kernannahme des MpR getragen werden, die diese große
Bedeutung der Familie, aber auch ihrer sich wandelnden
Funktion Rechnung trägt.
DAS SECHSTE PRINZIP UNTER DER LUPE