2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/321.md

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beziehen, werden universalisiert, reichen weit in die höhen
Altersstufen hinein und stellen kein Alleinstellungsmerkmal
für Jugendliche mehr dar. Beide Bereiche eine
eingrenzbare jugendspezifische Qualifikationsphase als
auch eine abgegrenzte Jugendästhetik werden als
überholt angesehen, weil sie nicht mehr dazu dienen, die
Jugendphase als hinlänglich abgrenzbar zu thematisieren.
Zusammenfassend gesehen ist mit der Lebenslauf-,
Lebensverlauf- und Biografieforschung nicht nur eine neue
Kontroverse um die Periodisierung von Lebensabschnitten
entstanden. Vielmehr reagieren diese soziologisch
orientierten Ansätze sehr sensibel auf die Veränderungen
der gesellschaftlichen Lebensbedingungen. Zu diesen
gehört die Frage einer Alltagskultur genauso wie die
ökonomischen Voraussetzungen, die zu einer Veränderung
der Aufteilung der Lebensabschnitte führen. Der Soziologe
Karl Mannheim (18931947) ist der Begründer dieses
modernen Generationenbegriffs. Mannheim (1964) verband
in seinen Veröffentlichungen in der Zeit nach dem ersten
Weltkrieg die Perspektive des generationalen mit der des
sozialen Wandels. Diese Perspektive auf die Entstehung
neuer kultureller Muster der Deutung und des Handelns
kann weder nur auf die Dynamik des Übergangs von einer
Generation zur nächsten noch als rein sozio-ökonomisch in
Gang gesetzter Prozess angesehen werden. Mannheims
Verbindung einer Generationen- mit der
Gesellschaftsperspektive ist bis heute prägend für eine
dynamisierte Lebenslaufperspektive.