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Als Entstrukturierung oder Entgrenzung der Jugendphase
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(Ferchhoff/Dewe 2016) wird diskutiert, dass Jugend nicht
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mehr als Freiraum gedacht werden kann. Dabei stellt das
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Hineinreichen von Arbeitsmarkt- und
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Erwerbsanforderungen einen sehr zentralen solcher
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Auflösungseffekte dar.
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Die zeitliche Ausweitung von Bildungsverläufen in der
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Lebensspanne, die das Jugendalter auf den ersten Blick als
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expandierend erscheinen lässt, steht hierzu nicht im
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Widerspruch. Sie ist Ausdruck des Gegenteils, also der
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Verkürzung der Jugendphase, weil der Bildungsbereich
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einer utilitaristischen Logik unterworfen und kaum mehr
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als Moratoriumsphase gedacht wird. Es verschwindet
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damit ein Freiraum und dies bedeutet, dass nicht
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automatisch Autonomieerfahrungen in die verlängerte
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Bildungsbiografie eingehen, sondern umgekehrt
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Qualifikationserfordernisse Autonomiemöglichkeiten des
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Jugendalters einschränken.
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Der Psychologe und empirische Sozialforscher Paul
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Lazarsfeld (1901–1976) hatte bereits in einer der ersten
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Jugendstudien der 1920er Jahre darauf hingewiesen, dass
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sich die Jugendphase in diese Richtung verändert (hier
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nach Abels 1993, S. 125 ff.). Er bezeichnet als »verkürzte
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Pubertät« das, was als Zwang zur Erwerbstätigkeit und als
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Wirkung von Armut und unzureichenden
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Lebensbedingungen die mögliche Autonomie der
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Jugendphase einschränkt. Diese Verkürzung ist darum ein
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Phänomen zunächst der unteren, also der damaligen
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proletarischen Milieus. Sie ist das Gegenteil einer
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»gestreckten Pubertät«, wie der Reformpädagoge Siegfried
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Bernfeld und Jugendforscher der ersten Generation (1892–
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1953), die noch auf die Entfaltungsmöglichkeiten abseits
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eines Standardisierungs- und Erwerbszwangs rekurriert.
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Die Perspektive der sozialstrukturellen Unterschiede mit
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ihren sozial ungleichen Autonomieräumen ist noch heute
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aktuell. Viele Untersuchungen zu der Wirkung von
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