2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/313.md

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gesundheitsbewussten aktiven Lebensstil (Sport,
Bewegung, soziale Aktivitäten, öffentliches Engagement)
zwar verlangsamt, aber nicht verhindert werden.
Frauen scheinen im Vergleich zu Männern den
Alterungsprozess im Lebenslauf deutlich hinausschieben zu
können. Sie haben ein größeres immunologisches Potenzial
und leben insgesamt gesünder als Männer. Sie setzen
häufiger präventive Strategien ein (etwa gesunde
Ernährung, einen festen Tagesrhythmus und wirkungsvolle
Entspannung zur Vermeidung der Folgen und Nebenfolgen
von chronischen körperlichen Krankheiten), um die
Aktivitäten des täglichen Lebens aufrechtzuerhalten und
die bestehenden Gesundheitspotenziale zu stärken. Sie
fördern hierdurch ihre physische und psychische
Funktionstüchtigkeit und haben eine erheblich höhere
Lebenserwartung.
Hieraus ergeben sich die unterschiedlichen individuellen
Potenziale für soziales Engagement und politische
Partizipation im Seniorenalter, deren Spannweite vom
konventionellen »Ruhestand« eines
sechsundfünfzigjährigen Lehrers nach zwei Herzinfarkten
bis hin zur Vollzeitaktivität einer fünfundsiebzigjährigen
Unternehmerin reichen kann (Kruse 2010).
Die Unterschiede nach sozialer Herkunft sind dennoch
auch im Seniorenalter unverkennbar und nehmen vor allem
im hohen Alter deutlich zu. Das spiegelt sich besonders in
der gesundheitlichen Bilanz wider. Gelingt es alten
Menschen, ihre körperliche und soziale
Widerstandsfähigkeit (»Resilienz«) zu stärken, um die
psychische und körperliche Funktionsfähigkeit auf einem
guten Niveau zu stabilisieren, können kognitive
Leistungsfähigkeit, Wahrnehmung und Gedächtniskapazität
lange erhalten bleiben. Am besten schneiden hierbei
Senioren in guter wirtschaftlicher Lage und mit einem
hohen Bildungsgrad ab.