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Gesundheit und Wohlbefinden im Seniorenalter
Insgesamt hat sich die körperliche, psychische und soziale
Lebenssituation der alten Menschen stetig verbessert. Die
heute Siebzigjährigen weisen im Hinblick auf ihre
Gesundheit und Leistungsfähigkeit ein ähnliches Niveau
auf wie die vor etwa dreißig Jahren lebenden
Sechzigjährigen. Die gute wirtschaftliche Lage hat auch
positive Folgen für die selbstverantwortliche Gestaltung
des gesamten Freizeitlebens und der Konsumtätigkeiten
einschließlich Reisen und ehrenamtlicher Tätigkeiten.
Erst im »späten Seniorenalter«, etwa nach dem 75. bis
80. Lebensjahr, wächst das Risiko gesundheitlicher
Störungen und funktioneller Einbußen und zwingt zu
Einschränkungen bei vielen Aktivitäten. In dieser
Lebensphase steigt der Bedarf an Hilfe und Pflege. Die
sozialen Verluste nehmen durch den Tod von Freunden und
Bekannten zu. Da die sozialen Netzwerke innerhalb und
außerhalb der Familie auf diese Weise sukzessive kleiner
werden, stellt sich mitunter auch das Gefühl sozialer
Isolation und Einsamkeit ein.
Der Prozess des Alterns ist ein komplexes
Zusammenspiel zwischen körperlichen und psychischen
Merkmalen und den Bedingungen der räumlichen, sozialen
und institutionellen Umwelt. Zum normalen biologischen
und physiologischen Altern gehört der Verlust der
Vitalkapazität des Organismus, der sich in
Anpassungsschwierigkeiten und Ausgleichsproblemen
einzelner Organe und Funktionssysteme ausdrückt. Im
Seniorenalter sind die Organe nicht mehr so
belastungsfähig wie zuvor und haben keine ausreichende
Funktionsreserve. Der Blutdruck und die Blutfettwerte
steigen, die Muskelfasern und Gefäße werden schwächer,
das Skelett verliert an Stabilität, die Augenlinse wird
getrübt, das Hörvermögen reduziert. Dieser natürlich
angelegte körperliche Alterungsprozess kann durch einen