2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/302.md

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staatlichen Transferleistungen (wie »Hartz IV«) abhängen.
Nicht wenige haben eine schwierige Schullaufbahn
durchlaufen, einige haben deswegen am Ende der Schulzeit
sogar die Schule ohne Abschluss verlassen. Wenn eine
Mehrheit der Jugendlichen sich heute in einer mehr oder
weniger befriedigenden Lebenslage befindet, erfährt eine
Minderheit von rund 20 Prozent das Gefühl
gesellschaftlicher Marginalisierung. Sie befinden sich in
einer marginalen gesellschaftlichen Position, die zu
erheblichen Beeinträchtigungen des Wohlbefindens im
sozialen, psychischen und gesundheitlichen Bereich führen
kann. Diese Jugendlichen können zudem einem hohen
Bewährungsdruck zumeist nicht standhalten, weil ihnen
der familiale Hintergrund der langen Vorbereitung und vor
allem der Absicherung in Krisenzeiten fehlt.
Unterschiedliche Entwicklungschancen können in dieser
Hinsicht mit einem 100 Meter Lauf vergleichen werden.
Alle müssen schnell laufen können und über ausreichend
Kondition verfügen. Die einen starten aber mit einem
Vorsprung von 10, 20 oder sogar 50 Metern und müssen
darum weniger Strecke zurücklegen, während die anderen
den Vorsprung nie wieder aufholen können und eine höhere
Gefahr haben, auf der Strecke die Kondition zu verlieren
und abgehängt zu werden. Die »Abgehängten« fühlen sich
von den komplexen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen
Umständen des Lebens teilweise überrollt und schaffen es
nicht, das hohe Ausmaß an Biografie-Management zu
aktivieren, das für einen Erfolg im Bildungs- und
Berufssystem oder für die Gestaltung des privaten und
freizeitlichen Lebens notwendig ist. Auch ihre Bereitschaft
zum politischen Engagement ist sehr gering. »Die sozial an
den Rand gedrängten jungen Menschen spüren deutlich, in
einer prekären sozialen Lebenslage zu stecken […]. Man
ahnt, zu den in der Gesellschaft Abgehängten zu gehören.
Dass ihr Risiko einer dauerhaften Exklusion vom
Arbeitsmarkt verhältnismäßig hoch ist, ist diesen