2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/298.md

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Handlungsanforderungen und die Widersprüche bei der
Einräumung von persönlicher Autonomie flexibel und
sinnvoll zu bewältigen. Durch die Abnahme der
innerfamiliaren Vernetzung ist ein Gespür dafür wichtig,
wohin man eigentlich will und wo man langfristig einen
Platz in der Gesellschaft für sich selbst sieht. Verfügen
Jugendliche über eine sichere »Ich-Identität«, haben sie die
besten Voraussetzungen, Freiräume zu ihrem Vorteil
nutzen zu können, ohne Gefahr zu laufen, dass ihre
persönlichen Bedürfnisse und Wünsche durch die Dynamik
der Medien- und Freizeitangebote gesteuert werden.
Jugendliche müssen mit der Angst leben lernen, nicht zu
wissen, ob sie als Erwachsene gleiche Lebensbedingungen
vorfinden und die Welt für sie bewohnbar bleibt. Trotz all
dieser Sorgen und Bedenken können sie
lebenslaufspezifische Anforderungen der
Realitätsverarbeitung nur bewältigen, wenn sie von ihrer
Selbstwirksamkeit überzeugt sind, sich also zutrauen, ihre
Lebensherausforderungen gegen alle widrigen Umstände
meistern zu können. Jugendliche haben in einer
demokratischen Gesellschaft die Möglichkeit, ihre
Interessen durchzusetzen, und können politisch
partizipieren, müssen aber immer wieder abwägen, ob sich
der Kraftaufwand hierfür lohnt. Die wechselnde (und für
die Zeit vor den »Fridays-for-Future«-Demonstrationen
sinkende) Beteiligung von Jugendlichen an Umweltschutzund Bürgerrechtsbewegungen macht der Tendenz nach
deutlich, dass politische Partizipation mit anderen Formen
der Lebensstilpräferenzen (berufliche Orientierung,
Konsum) konkurriert aber auch stimuliert werden kann.
Die Entwicklung von Selbstbild und Ich-Identität
Die herausragende Besonderheit des
Sozialisationsprozesses im Jugendalter ist der Aufbau einer
Ich-Identität, der in dieser Lebensphase verstärkt möglich
ist. Er setzt ein dem Alter und dem Entwicklungsstand