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Sozialisation in der Lebensphase Jugend
Die an die Kindheit anschließende Lebensphase Jugend
umfasst den Abschnitt zwischen der Pubertät und dem
Eintritt in ein eigenständiges Berufs- und Familienleben,
der mit der Erlangung des Erwachsenenstatus
gleichgesetzt werden kann. Jugend symbolisiert wie keine
andere Lebensphase die Spannung zwischen persönlicher
Individuation und sozialer Integration. Jugendliche müssen
die schnelle Veränderung ihrer körperlichen und
psychischen Eigenschaften in einer Zeitspanne bewältigen,
in der von ihnen mit massivem Nachdruck auch die soziale
Anpassung, insbesondere schulische Bildungsleistungen
und berufliche Qualifizierungen, verlangt wird (Fend 2000;
Hurrelmann/Quenzel 2013).
Die schon in der Kindheit hohen Erwartungen an die
Leistungsfähigkeit steigern sich weiter und werden von
vielen Jugendlichen als ein starker Bewährungsdruck
empfunden. Hohe Schul- und Ausbildungsabschlüsse sind
in Zeiten von Arbeitsplatzmangel und internationaler
Konkurrenz zu notwendigen, aber noch lange nicht
hinreichenden Voraussetzungen für die Aufnahme in die
Berufswelt geworden.
Grundvoraussetzung für die Bewältigung
lebenslaufspezifischer Anforderungen der
Persönlichkeitsentwicklung ist daher, mit der Ungewissheit
umgehen zu können, ob man tatsächlich jemals in die
Phase des Erwachsenen im Sinne einer gesellschaftlichen
Vollmitgliedschaft vorrücken wird oder aber im Moratorium
Jugend verbleibt. Jugendliche müssen also die strukturelle
Unsicherheit aushalten lernen, dass sie nicht wissen, ob sie
später einmal eine berufliche Position besetzen oder nur
kurzfristige Arbeitsmöglichkeiten erhalten und eine damit
verbundene prekäre Existenz erfahren. Da hiervon auch die
Entscheidung über eine spätere Gründung einer Familie