2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/295.md

22 lines
1.2 KiB
Markdown

»Entsprechend höher ist bei diesen Kindern auch das Vertrauen in die
eigene Lernkompetenz ausgeprägt. Diese Kinder lernen dadurch selber zu
entscheiden, wie sie ihr eigenes Leben angehen müssen, um die sich ihnen
bietenden Chancen zu nutzen. Auch sie sind im Alltag mit Risiken
konfrontiert und verspüren Bewährungsdruck. Der Unterschied ist jedoch,
dass ihnen mehr Wege offen stehen und dass sie von daher weitaus besser
das erforderliche Selbstbewusstsein gegenüber den zum Teil ganz
unterschiedlichen Herausforderungen in Familie, Schule, Freizeit und
Freundeskreis entwickeln können« (World Vision Deutschland 2010, S. 16).
Bei etwa einem Fünftel der Angehörigen der jüngsten
Bevölkerungsgruppe sind die Ausgangsbedingungen relativ
schlecht. In der »World-Vision-Studie« wird bildhaft von
einer »Vier-Fünftel-Gesellschaft« der Kinder in
Deutschland gesprochen, wobei die Kluft zwischen den
Privilegierten und Benachteiligten in den letzten Jahren
größer geworden ist. Kinder verfügen also über sehr
ungleiche soziale Voraussetzungen für die Bewältigung
ihrer Entwicklungsaufgaben und für den Aufbau der schon
in ihrem Lebensabschnitt notwendigen Kompetenz
Biografie-Management zu betreiben.