2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/271.md

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und damit auch Unterstützung für die eigene schwierige
Situation zu aktivieren (Gottlieb 1983; Faltermaier 1987).
hängen pauschal gesprochen von den angeborenen und
erworbenen Strukturen der Persönlichkeit ab. Neben den
in der Psychoanalyse erarbeiteten Grundmustern der
Bedürfnisbefriedigung spielt die angelegte
Verhaltensdisposition eine große Rolle, die auch als
»Temperament« bezeichnet wird. Hiermit ist ein
bestimmter Stil, eine spezifische Neigung im Wahrnehmen,
Denken und Handeln von Menschen bezeichnet, die
darüber entscheidet, wie die soziale und physische Umwelt
aufgenommen und bearbeitet wird.
Das Temperament kann sich nach Aktivitätsniveau,
Körperrhythmus, Anpassungsbereitschaft,
Reaktionsschnelligkeit, Intensität der Reaktionen,
emotionaler Bestimmtheit, Ablenkbarkeit und Ausdauer
unterscheiden. Wie die strukturellen
Persönlichkeitstheorien herausgearbeitet haben, prägen
sich diese Charakteristiken schon in frühen Lebensphasen
aus und legen fest, ob mit Anspannungen und Belastungen
mehr zurückgezogen und nach innen gewandt
(interiorisierend) oder mehr offensiv und nach außen
gewandt (exteriorisierend) umgegangen wird. Das
Temperament stellt in dieser Sichtweise eine psychische
Grundausstattung dar, die den Stil der Bewältigung, der
Auseinandersetzung mit der inneren und äußeren Realität
mitbeeinflusst (Chess/Thomas 1986; Cohen 1991).
Risikowege des Aufbaus einer Ich-Identität
Die klassische Stresstheorie hat eine Vielzahl an
weiterführenden Forschungssträngen motiviert, die sich
mit den Ursachen und den Folgen von
Bewältigungshandeln befassen. Eine besondere Richtung
dieser Diskussion ist die Fokussierung auf
Problemverhalten im Kindes- und Jugendalter. Hier steht
im Mittelpunkt, wie der Bewältigungsdruck wirkt, ob und