2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/259.md

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Permanent werden flexible und belastbare Strukturen der
Abstimmung zwischen inneren Bedürfnissen und äußeren
Erwartungen herausgebildet. Wie bereits erwähnt wurde,
verbinden Entwicklungsaufgaben die Anforderungen der
inneren und der äußeren Realität miteinander. So müssen
zum Beispiel die kognitiven Fähigkeiten mit der Schul- und
Berufswahl in Einklang stehen, die körperlichen
Bedingungen mit den Arbeitsanforderungen harmonieren,
die psychischen und sexuellen Orientierungen mit der
Partnerwahl harmonieren und die
Unterhaltungsbedürfnisse mit der Auswahl von
Freizeitbeschäftigungen in Übereinstimmung gebracht
werden.
Wie brauchbar ist die Perspektive der Entwicklungsaufgaben heute?
In der aktuellen Diskussion ist eine Perspektive auf die
Entwicklungsaufgaben im Lebenslauf nicht unumstritten.
Die Modellvorstellungen von Havighurst stoßen sogar
vielfach auf Kritik. Hauptaspekte der Kritik sind
insbesondere, dass die Annahme lebenslaufspezifischer
Entwicklungsaufgaben vereinheitlichend, nicht mehr auf
der Höhe der Zeit und normativ aus Sicht der Erwachsenen
ausgerichtet sind (Harring 2015, S. 864). Havighurst selbst
muss man gegenüber einer solchen starken Kritik
eigentlich in Schutz nehmen. Er verwies (Havighurst 1953)
durchgehend darauf, dass sich Entwicklungsaufgaben
immer in einem Wandel befinden und nur zum Teil
invariant (also unveränderlich) sind, so vielleicht am
Deutlichsten, wenn es um physische Ausgangsbedingungen
(z. B. dem Spracherwerb) geht. Viel stärker aber hebt
Havighurst hervor, dass für die Ausgestaltung von
Entwicklungsaufgaben individuelle Präferenzen oder
gesellschaftliche Erwartungen und Normierungen (also die
festen Erwartungen an bestimmte Entwicklungen eines
Menschen) entscheidend sind. Damit ist die Vorstellung
einer feststehenden Gruppe von Entwicklungsaufgaben