2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/249.md

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6.1
Drittes Prinzip zur Bewältigung
lebenslaufspezifischer Anforderungen der
Realitätsverarbeitung
Das dritte Prinzip fokussiert darauf, dass in jedem
Lebensabschnitt Erwartungen an die Verarbeitung der
Realitätt vorhanden sind. Diese sind gesellschaftlich
mehrheitlich akzeptiert und gelten als Normen der
Entwicklung. Im Lebenslauf kommt es damit zu einer
ständigen Konfrontation mit neuen Situationen, die
jeweils mit angemessenen Formen des Handelns
bewältigt werden müssen.
Gegenstand und Verortung
In jedem Lebensabschnitt ergeben sich aus der
körperlichen und psychischen Entwicklung sowie aus der
sozialen Umwelt stammende Erwartungen an die
Verarbeitung der Realität. Diese Erwartungen werden in
der einer älteren Theoriesprache als
»Entwicklungsaufgaben« bezeichnet. Sie beschreiben die
für ein Kind, einen Jugendlichen, einen Erwachsenen oder
einen Senior als »Norm« erachtete Handlungs- und
Bewältigungsherausforderungen. Sie sind von jedem
Menschen auf seine eigene Weise zu definieren, in das
eigene Handlungsrepertoire zu übersetzen und zu
bewältigen.
Im Lebenslauf kommt es zu einer ständigen
Konfrontation mit neuen Situationen, die jeweils mit
angemessenen Formen des Handelns bewältigt werden
müssen. Immer wieder besonders zugespitzt bei
einschneidenden sozialen oder wirtschaftlichen Krisen oder
bei biografischen Umbrüchen und Übergängen steht der
Mensch vor der Aufgabe, seine Bewältigungsfähigkeiten zu
aktivieren. Zur Analyse dieser Prozesse bietet u. a. das