2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/248.md

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Persönlichkeit steigen dadurch in jedem Lebensabschnitt.
Schon in der Kindheit gibt es viele Möglichkeiten der
Gestaltung der Persönlichkeit, weil ein direkter Zugang zu
Medien und zum Freizeit- und Konsummarkt besteht;
außerdem verfügen die meisten Kinder bereits über eigene
finanzielle Ressourcen. Im Jugendalter steigern sich die
Möglichkeiten der Selbstorganisation der Persönlichkeit
weiter. Der offene Charakter dieses Lebensabschnitts als
Statuspassage zwischen Kind und Erwachsenem bietet
große Spielräume für eine eigenwillige und
selbstverantwortliche Lebensführung
(Hurrelmann/Quenzel 2013, S. 65).
Da sich Jugendliche häufig in Lebenssituationen mit
unsicherem Ausgang und ungewisser Zukunftsperspektive
befinden, sind sie gezwungen, sich individuelle
Zielperspektiven und Sinngebungen aufzubauen, um ein
Mindestmaß an Stabilität in ihren Lebensalltag zu bringen
(etwa in Phasen des Übergangs von der Schule in den
Beruf oder bei dem Bruch einer Freundschafts- oder
Partnerbeziehung) (Behnken/Mikota 2009). Grundsätzlich
gilt das Gleiche auch für die Lebensphasen des
Erwachsenen- und Seniorenalters.
Durch die Verlängerung der Lebensdauer und die großen
Spielräume für einen individuellen Lebensstil ist die
Persönlichkeitsentwicklung damit in keiner Phase des
Lebens wirklich abgeschlossen, sondern sie befindet sich
ständig im Fluss. Die für das Jugendalter charakteristische
suchende und sondierende Haltung gilt vielen Menschen
demnach auch in späteren Lebensphasen als Muster und
Vorbild für die Persönlichkeitsbildung.