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können; zum anderen auf Prozesse der Vergesellschaftung,
da sich soziale Strukturen, in denen gehandelt wird,
ebenfalls in einem permanenten Prozess der Veränderung
und Verfestigung befinden.
Diese Akzentsetzung schlägt sich unter anderem in der
Weiterentwicklung des interaktionistischen Paradigmas
innerhalb der Sozialisationsforschung nieder. Heinz Abels
und Alexandra König (2010) etwa unterscheiden zwischen
einer auf die Entwicklung der Persönlichkeit (mit Blick auf
die Entwicklung von Identität und Individualität) und einer
auf Prozesse der sozialen Integration zielenden
Perspektive: »Während es beim Prozess der Sozialisation
vor allem um die Frage geht, wie das Individuum zum
Mithandeln in der Gesellschaft gebracht wird bzw. sich
selbst auf die Gesellschaft einstellt, geht es unter der
Perspektive Identität und Individualität um die
Erfahrung des Individuums von sich selbst bzw. seine
Meinung von der Besonderheit in den Augen der Anderen«
(Abels/König 2016, S. 21). Der sozialisierende Prozess
überträgt demnach Erfahrungen mit der Gesellschaft in
eine Kompetenz im Umgang mit der Gesellschaft
(Bauer/Hurrelmann 2007).
Diese Wechselseitigkeit von Veränderungsträgheit und
Veränderungsdynamik, die Frage danach, wann
Handlungsstrukturen erhalten oder modifiziert werden, ist
für die aktuelle Forschung von großer Bedeutung. Hierfür
stellen sich Themen wie die Erklärung
»unwahrscheinlicher« Bildungskarrieren etwa
Bildungsaufstiege von Heranwachsenden aus Risikolagen
oder Bildungsabstiege aus privilegierten Elternhäusern
als interessante Beispiele dar. In der Theoriedebatte
existieren wichtige Anbindungen an diesen
Diskussionstand. Hierzu gehören die Annahmen aus der
erörterten lern- und entwicklungspsychologischen
Perspektive, die Agency-Forschung und eine erweiterte
sozialpsychologische Perspektive in der