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Sozialisationsforschung verbunden. Aus diesem Grund ist
Kindheitsforschung seit den 1980er Jahren auch als »neue«
Soziologie der Kindheit bezeichnet worden.
Zu diesem sehr breiten Strang einer kindheitsbezogenen
Perspektive gehören im deutschsprachigen Bereich vor
allem die Arbeiten von Doris Bühler-Niederberger (2011).
Sie beinhalten die Beschreibung von Kindheit als
Bestandteil der Herstellung generationaler Ordnung. Dies
meint genauer, dass die Differenzierung der Bevölkerung
nach Alter eine gesellschaftliche Konstruktion und keine
»natürliche Ordnung« darstellt. Sie ist historisch
gewachsen und damit abhängig von gesellschaftlichen
Bedingungen der Herstellung sozialer Ordnung, die vor
allem von Erwachsenen vorgegeben werden. Eine solche
Differenzierungslinie ist aber durch Praktiken im Bereich
kindlicher Ordnungen auch veränderbar. Kinder sind also
von Strukturen geprägt, verändern aber gleichzeitig diese
Strukturen. Rahmenbedingungen kindlicher Lebenswelten
sind also zugleich eine vorgegebene Struktur und ein
Optionsraum. Aus der praxeologischen Perspektive
Bourdieus heraus argumentiert könnten man sagen, dass
Kinder-Praktiken abhängig sind von ihren
Rahmenbedingungen, sie aber gleichzeitig auch eigene
Handlungsmacht entwickeln können. Auch Kinder sind also
Produzenten ihrer eigenen Entwicklung.
Dieses besondere Motiv hat durchaus Konsequenzen.
Kinder sind damit nicht nur in einem Korsett ihrer
Verhältnisse gefangen, sie sind nicht in einem
Vorbereitungsstadium einer Lebensphase als Erwachsene,
sondern handeln bereits selbständig und aktiv. Man fängt
diese Denkbewegung mit der englischsprachigen
Formulierung »children as beings« vs. »children as
becomings« besonders gut ein. Kinder sind nicht nur in der
Phase, etwas zu werden (»becoming«), sondern sind bereits
in ihrer Lebensphase aktiv handelnd (»being«) und
existieren, konstruieren und verändern. Kinder sind