36 lines
1.8 KiB
Markdown
36 lines
1.8 KiB
Markdown
widerspiegeln, die damit als wichtige
|
||
Sozialisationskontexte der Persönlichkeitsentwicklung
|
||
angesehen werden können.«
|
||
Zweifellos bekennt sich das dynamischinteraktionistisches Modell mit der Selektionsthese zu
|
||
einer sozialisationstheoretischen Kernannahme, die
|
||
Anschlussfragen provoziert: Woher kommen die
|
||
Persönlichkeitszüge, die zu einer Selektion (Auswahl) der
|
||
Umwelteinflüsse führen, denen sich ein Individuum
|
||
aussetzt? Sind diese Persönlichkeitseigenschaften
|
||
genetisch bedingt oder ein Ergebnis der
|
||
Auseinandersetzung mit der Umwelt? Wenn doch
|
||
Umwelteinflüsse auf die Entwicklung der frühen
|
||
Persönlichkeit wirken, kann man dann wirklich von einer so
|
||
hohen Bedeutung der individuellen Selektion sprechen –
|
||
oder ist es doch ein vermittelter Umwelteinfluss? Diese und
|
||
andere Fragen zum Verhältnis zwischen Kontext- bzw.
|
||
Umweltbedingungen, den genetischen Anlagen und den
|
||
sich entwickelnden Grundlagen des eigentätig handelnden
|
||
Individuums nicht neu. Sie begleiten bereits die
|
||
Perspektive der klassischen psychologischen Perspektive in
|
||
der Sozialisationsforschung und tauchen nun ebenso
|
||
charakteristisch in der jüngeren Debatte wieder auf.
|
||
Generationale Ordnung und Agency
|
||
|
||
Eine alternative, ebenfalls jüngere Theorieperspektive, die
|
||
dem zweiten Prinzip des MpR zur Produktion der eigenen
|
||
Persönlichkeit als Fundament dient, stammt aus der
|
||
soziologisch geprägten Sozialisationsdebatte. Hier wird das
|
||
Hauptaugenmerk auf die aktive Rolle bereits im
|
||
Kindesalter gerichtet. Der Impuls für diese Theorierichtung
|
||
entstammt der Soziologie der Kindheit und dem Eintreten
|
||
für eine Kinderperspektive und Kinderrechte (so auch
|
||
Krappmann 2016). In theoretisch-konzeptioneller Hinsicht
|
||
ist damit das bereits bekannte Motiv der Überwindung der
|
||
Einseitigkeit der Vergesellschaftungsperspektive in der
|