2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/228.md

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sowie andererseits durch Bedürfnisse, Wünsche und
Zielorientierungen des Handelnden selbst charakterisiert
sind.
DAS ZWEITE PRINZIP UNTER DER LUPE
Das zweite Prinzip des MpR hat neben der Verankerung in
der soziologischen und psychologischen Propädeutik vor
allem auch eine Anbindung zu der neueren
Forschungsdiskussion. Disziplinübergreifend werden hier
jene Aspekte verhandelt, die für das MpR und das Prinzip
zur Produktion der eigenen Persönlichkeit hoch relevant
sind. Es geht um Fragen der Motivationssteuerung, des
Verhältnisses von innerer und äußerer Realität sowie der
Entstehung eines eigenständigen Handlungszentrums der
Persönlichkeit. Die Selbstbestimmungstheorie (im
Englischen »Self-Determination Theory« oder SDT) ist eine
Lern- und Motivationstheorie. Ihre Entwicklung wurde von
den Psychologen Edward L. Deci (geb. 1942) und Richard
Ryan (geb. 1953) in den 1970er und 80er Jahren begonnen
und bis heute fortgeführt (siehe u. v. a. Deci/Ryan 1985,
2000 und 2008; Ryan/Deci 2000). Die SDT ist eine wirkliche
Weiterführung der lern- und entwicklungstheoretischen
Ansätze im kognitiven Paradigma, wobei einige Aspekte der
Annahmen von Piaget, Bandura oder Lerner intensiviert
wurden. Deci & Ryan betonen dabei vor allem die
Bedeutung der Motivation für Lern- und
Entwicklungsprozesse und verbinden diese mit der
Konstitution des »Selbst« (in der Psychologie der typische
Fachbegriff für Persönlichkeit, Subjekt oder Individuum).
Die SDT geht dabei von einer unauflöslichen interaktiven
Beziehung zwischen dem Selbst und den Einflüssen der
sozialen Umwelt aus und nennt diese Beziehung eine
»organismische Dialektik« (hier wie im Folgen
Deci/Ryan 1993). In ihren eigenen Worten formulieren sie:
»Die Struktur des Selbst erweitert und verfeinert sich im