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Sozialisationsforschung, weil sie neue Erkenntnisse zu den
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frühen Erfahrungen im Umgang mit der Umwelt
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versprechen.
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Es ist nicht auszuschließen, dass sich in Zukunft eine
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neurowissenschaftlich inspirierte Sozialisationsforschung
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oder eine sozialisationsorientierte Neurowissenschaft
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entwickelt. Schwerpunkt könnten kritische
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Lebensereignisse in der Kindheit wie etwa
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Missbrauchserfahrungen sein, die so einschneidend sind,
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dass sie epigenetische Veränderungen hervorrufen. Dazu
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könnte eine besondere Stressanfälligkeit gehören, die
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wiederum Folgen für den Aufbau der individuellen
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Vulnerabilität haben.
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Durch diese Ansätze wird die einfache, fast mechanische
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Vorstellung, dass sich die Persönlichkeit immer dann
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ändert, wenn sich die Umwelt durch das Eintreten
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unvorhergesehener Lebensereignisse wandelt, präziser und
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differenzierter. Hierdurch werden
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persönlichkeitspsychologische und milieusoziologische
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Theorien bestärkt, die auf die lang andauernde Wirkung
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von stabilen Haltungen und Persönlichkeitseigenschaften
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hinweisen, die sich in der Auseinandersetzung mit den
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Lebensbedingungen herausbilden (Neyer/Lehnart 2015).
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Für Pierre Bourdieus Ansatz in der Soziologie stand bereits
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fest, dass die Ausprägung eines je individuellen Sets von
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Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata – ein
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ebenfalls kognitives Fundament, das Bourdieu »Habitus«
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nennt – dazu führt, dass sich Wahrnehmungen und
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Bewertungen einspielen, also auch bestimmte Anziehungsund Abwehrreaktionen programmiert werden, die dann
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meist schwer veränderlich sind.
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Was in Bourdieus soziologisch orientierter Theorie zum
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Verständnis der individuellen Handlungsorientierungen
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dient, wird von der Persönlichkeitspsychologie als
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dynamisch-interaktionistisches Modell beschrieben. Es
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verweist auf die unterschiedliche Wirkung von Person-
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