2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/219.md

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Entwicklungsstadien in der menschlichen Persönlichkeit
beeinflussen (Lechner/Silbereisen 2015).
Epigenetische Modifikationen sind auch ein möglicher
Erklärungsansatz für die Veränderbarkeit der Biologie des
menschlichen Verhaltens. Die Verhaltensepigenetik
(»behavioral epigenetics«) basiert in der Forschung nahezu
ausschließlich auf Experimenten mit Tieren, lässt sich aber
inzwischen auch auf menschliche Entwicklungsprozesse
übertragen. Themen in der Genetik betreffen
molekulargenetische Studien, die spezifische Gene zu
identifizieren versuchen. Fast alle genetischen Studien sind
aber Assoziationsstudien und folglich mit wesentlichen
Einschränkungen verbunden, weil sie keine kausalen
Aussagen ermöglichen (Ebstein et al. 2010). Das heißt, es
kann nur begründet werden, dass bestimmte beobachtbare
Phänomene zusammenhängen, nicht aber, was der Grund
für diesen Zusammenhang ist. Diese Einschränkung gilt
gerade für Zwillingsstudien. Sie sind immer noch eine der
Hauptstützen der Verhaltensgenetik und dienen als
Instrument, um die Erblichkeit von Verhaltensmerkmalen
zu bestimmen. Ihre methodischen Grundlagen und
inhaltliche Aussagefähigkeit sind aber umstritten und aus
sozialisationstheoretischer Perspektive als begrenzt
einzuschätzen.
Neuronale Grundlagen kognitiver Entwicklung
In einer weiteren Forschungslinie der
Neurowissenschaften, der Neuroendokrinologie, wird der
Versuch unternommen, der Verknüpfung des
Hormonsystems mit dem Nervensystem genauer
nachzugehen. Die Psychoneuroendokrinologie bezieht
dabei das Verhalten und Erleben mit ein. McCall und
Singer (2012) stellen den Ansatz der Neuroendokrinologie
dar und verweisen auf die Möglichkeit, die Hirnaktivität
des komplexen menschlichen Verhaltens weiter
aufzuhellen. Dies gilt vor allem für die Einflüsse der