2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/216.md

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Studien zur neuronalen Plastizität konzentrieren sich
aktuell vor allem auf die Untersuchung der
Hirnentwicklung während der Kindheit und Jugend, in
Lebensphasen also, in denen den sozialen Kontextfaktoren
ein zentraler Stellenwert im Sinne von potenziell
schädigenden oder förderlichen Faktoren für die
Hirnentwicklung zugeschrieben wird. In Anlehnung an
Becker (2015) können die wichtigsten Erkenntnisse hierzu
wie folgt zusammengefasst werden:
Die neuronale Plastizität betrifft alle Arten der
hirnphysiologischen und -anatomischen Veränderungen
Die Anzahl synaptischer Verbindungen im Gehirn eines
Kleinkindes ist gegen Ende des ersten Lebensjahres
etwa doppelt so hoch wie im späteren
Erwachsenengehirn
Zunächst wird ein Überschuss an synaptischen
Verbindungen produziert, anschließend findet der
erfahrungsabhängige Abbau statt
Es bleiben nur die Verbindungen bestehen, die von Wert
für die Steuerung des alltäglichen Verhaltens sind
Umwelteinflüsse gewinnen im Verlauf der
Hirnentwicklung mehr und mehr an Einfluss.
Genetisch prädisponiert ist die anatomische Form des
Gehirns und der Neuronenbewegung in bestimmten
Hirnregionen. Intrinsische und extrinsische Faktoren der
Hirnentwicklung lassen sich unterscheiden: In der
pränatalen Phase und innerhalb des ersten Lebensjahres
dominieren intrinsische, genetisch prädisponierte Prozesse
(so die Herausbildung bestimmter Regionen der
Großhirnrinde). Extrinsische Faktoren existieren bereits als
vorgeburtliche Einflüsse durch den mütterlichen
Organismus (Medikamente, Infektionen, Ernährung).
Nach der Geburt werden extrinsische Einflüsse als Reize
aus der Umwelt stärker, sie stimulieren Verbindungen