37 lines
1.8 KiB
Markdown
37 lines
1.8 KiB
Markdown
Individuum aus seiner inneren Realität auf die äußere
|
|
zugreift. Gleichzeitig ist die äußere Realität abhängig
|
|
davon, wie sie von der inneren Realität wahrgenommen
|
|
und konstruiert wird.
|
|
Die innere Realität im Fokus
|
|
|
|
Aus dem ersten Prinzip lässt sich folgern, dass für ein
|
|
umfassendes Verständnis von Sozialisation die
|
|
Anreicherung um Erkenntnisse aus Biologie,
|
|
Verhaltensgenetik, Molekulargenetik und Epigenetik
|
|
wünschenswert ist. Sie würde es erlauben, die Diskussion
|
|
über die innere Realität zu intensivieren. Was aus einer
|
|
genetischen Disposition im Verlaufe des Lebens wird,
|
|
entscheidet sich danach, wie soziale und sonstige
|
|
Umwelteinflüsse diese Disposition formen und gestalten
|
|
(Bock/Braun 2013; Scheunpflug 2013).
|
|
In neurowissenschaftlicher Hinsicht ist das Gehirn als
|
|
Teil des menschlichen Körpers zu verstehen, in dem
|
|
sämtliche Informationen über Sinneseindrücke
|
|
zusammenlaufen und koordiniert werden. Informationen
|
|
über körperliche, psychische, soziale und physikalische
|
|
Lebensbedingungen werden im Gehirn aufgenommen, in
|
|
vorhandene Strukturen und Archive eingeordnet, mit
|
|
bereits abgespeicherten Informationen und Kenntnissen
|
|
abgeglichen und dann in Handlungen umgesetzt.
|
|
In der neurowissenschaftlichen Diskussion wird die
|
|
Entwicklung der Gehirnfunktionen als offen und dissipativ
|
|
(entwicklungsdynamisch) beschrieben, gleichzeitig muss
|
|
die wissenschaftliche Diskussion die sensiblen Zeiträume
|
|
der Ausbildung von Hirnfunktionen (die sogenannten
|
|
kritischen Entwicklungsphasen) wahrnehmen und damit
|
|
auch die Grenzen der Entwicklung der kognitiven
|
|
Grundstruktur. Für das Gehirn des Menschen bedeutet das:
|
|
Es ist keine passive Aufnahmestelle von Sinneseindrücken
|
|
und Informationen, sondern stellt ununterbrochen
|
|
Vergleiche und Einordnungen an, nimmt Kombinationen
|