2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/204.md

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der Realitätsverarbeitung, mit ihren Anlagen und
Dispositionen umgehen. Dabei sind schon die körperlichen
und psychischen Merkmale sehr vielfältig, wie noch gezeigt
werden soll. Aber auch für die äußere Umwelt muss sofort
deutlich gemacht werden, dass hier eine große Bandbreite
an unterschiedlichen Bedingungen vorliegt. So sind
Umweltfaktoren nicht nur Bedingungen, die material, also
dinglich und anfassbar sind (wie die bauliche Umwelt oder
das verfügbare Vermögen einer Person).
Viele der Umweltbedingungen sind immateriell und
hängen mit der Art und Weise zusammen, wie Menschen
miteinander interagieren und kommunizieren. So wird
beispielsweise über Sprache (also einer immateriellen
Bedingung) permanent eine Umwelt erzeugt. Denn Sprache
erzeugt Bedeutungen, die häufig mit Einschätzungen und
Bewertungen verbunden sind. Menschen sind in ihrer
Umwelt diesen Bedeutungen, Einschätzungen und
Bewertungen ausgesetzt. In der wissenschaftlichen
Diskussion wird hier von symbolischen Klassifikationen
oder symbolischen Hierarchien gesprochen, die durch
sprachliche vermittelte Bedeutungen und Bewertungen
erzeugt werden. Diese sind ein Produkt der Interaktion,
sind also keine Anlagen im engeren Sinne. Sie haben aber
die gleiche Wirkung. Wenn Menschen Einschätzungen und
Bewertungen begegnen, dann haben sie eine im weitesten
Sinne »orientierende« Wirkung.
Menschen »regulieren«, wie sie sich auf eine bestimmte
Bewertung einstellen und wie sie darauf reagieren. Das gilt
für die Erwartung, als Mann oder Frau zu agieren ebenso
wie für Aussagen über unsere intellektuelle
Leistungsfähigkeit oder dem Umgang mit Diskriminierung.
Alle Wahrnehmungen der sozialen Realität haben einen
normierenden Charakter, weil sie bestimmte Erwartungen
an eine Situation, eine Handlung oder eine Person
beinhalten. Wir sind selbst daher permanent der
Bewertung durch die äußere Realität ausgesetzt. Vieles