2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/202.md

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5.
Erkenntnistheoretische und
konzeptionelle
Grundannahmen
Die vorgenommenen definitorischen Schritte sind
Bausteine des Verständnisses von Sozialisation als Modus
der produktiven Realitätsverarbeitung. Das MpR lässt sich
detaillierter durch die Formulierung von Kernaussagen und
den Bezug auf ihre Anwendungsbereiche in der
empirischen Forschung entfalten. Bei den Kernaussagen
handelt es sich um Leitsätze, die den Gegenstandsbereich
»Sozialisation« auf seinen wesentlichen Gehalt zuspitzen.
Diese Kernaussagen werden im Folgenden als »Prinzipien«
bezeichnet.
Die ersten beiden grundlegenden Prinzipien
konzentrieren sich auf die theoretische und
methodologische Ausrichtung des Modells der produktiven
Realitätsverarbeitung. Hierbei wird auf die Zugänge aus
der soziologischen und psychologischen Forschung
rekurriert, vor allem aber auf neueste Entwicklungen im
Bereich der Theoriebildung
5.1
Erstes Prinzip zum Verhältnis von innerer
und äußerer Realität
Persönlichkeitsentwicklung wird im ersten Prinzip
verstanden als produktive Verarbeitung der inneren
Realität von körperlichen und psychischen Dispositionen
und der äußeren Realität aus sozialer und physischräumlicher Umwelt. Der Prozess der Verarbeitung ist
produktiv, weil es sich hierbei nicht um einen passiven