2026-001/documents/einfuehrung-sozialisationstheorie/pages/191.md

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(hierzu Bauer 2002). Er spricht von einer »Modernisierung
des Sozialisationskonzeptes« (Zinnecker 2000, S. 274), in
der der Terminus technicus »Selbstsozialisation« das enge
Verwandtschaftsverhältnis zwischen einer soziologisch,
pädagogisch, sozialpsychologisch und sogar ethnologisch
inspirierten Sozialisationsforschung dokumentiert. Das
Konzept der »Selbstentwicklung«
(Krewer/Eckensberger 1991) bildet einen der Vorläufer der
Selbstsozialisationsforschung im deutschsprachigen
Diskurs. Hinzu treten soziologische und
erziehungswissenschaftliche Ansätze (»Der Jugendliche als
Werk seiner Selbst«, Fend 2000), in die eine
Selbstsozialisationsforschung eingebettet ist.
Das Präfix »Selbst« (so auch Selbstbildung,
Selbstorganisation, Selbstinitiation, Selbstkultivierung,
Selbstkontrolle und Selbsthilfe) nimmt darin eine durchaus
vorentscheidende Funktion ein. Es steht stellvertretend für
ein Verständnis, das an dem von Zinnecker so bezeichneten
»Selbst-Pol« ansetzt. Darunter ist nicht nur der
»Eigenanteil« zu fassen, »den eine Person zu ihrer
Sozialisation leistet.« (Zinnecker 2000, S. 281) Es sind die
im engeren Sinne »substantiellen Aussagen« über einen
mit dem Konzept der Selbstsozialisation »korrelierenden
Subjektbegriff«, die Zinnecker treffen will:
»Selbstsozialisation kann […] dahingehend ausgelegt
werden, daß ein Selbst, also ein zentraler Kern der
Persönlichkeit sozialisiert wird.« (Zinnecker 2000, S. 281).
Der Grund für die enge Verbindung zwischen
Sozialisations- und Selbstforschung liegt schließlich in der
sozialen Realität selbst: »Als je anspruchsvoller die
Leistungen oder Tätigkeiten beschrieben werden, die im
Prozeß des Aufwachsens zu erbringen sind, als um so
anspruchsvoller gestalten sich ja wohl die Modelle der
Subjektivität oder Persönlichkeit, die solche Leistungen
erbringen können.« (Zinnecker 2000, S. 281)