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Individuationsperspektive, der in fast allen Basisentwürfen
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zur Theoriebildung vollzogen wird, ist zugleich ein Wandel
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der Bezugstheorien in der Sozialisationsforschung.
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Während die ältere Perspektive von der Dominanz der
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Strukturbedingungen ausging und den
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Sozialisationsinstanzen in der Familie, den Peers und der
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Schule die Potenz zur Rollen- und Verhaltenssteuerung
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zuwies, verweist die neuere Perspektive auf die Variabilität
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von Rollen- und Verhaltenserwartungen und auf die
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Möglichkeit zu einer autonomen Steuerung der
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Persönlichkeitsentwicklung.
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VON DER FREMD- ZUR SELBSTSOZIALISATION
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Man muss die Denkbewegung ernst nehmen, die das
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Sozialisationsthema von der Tendenz zur
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Strukturzentrierung in ihr Gegenteil, die
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Subjektzentrierung, bewegt. In gewisser Hinsicht wird mit
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dieser Verschiebung das angesprochen, was in der
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Darstellung zum systemtheoretischen Ansatz als das
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Konzept der »Selbstsozialisation« bezeichnet wurde. Die
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Subjektzentrierung ist das Pendant zur Selbstsozialisation.
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Begünstigt durch die Zeitdiagnose einer zunehmen
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Individualisierung, bildet sich mit dem Konzept der
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Selbstsozialisation ein jüngerer Strang in der
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Sozialisationsforschung heraus, der bis heute ein hohes
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Maß an Popularität erfährt. Selbstsozialisation ist das
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Gegenstück zu Fremdsozialisation.
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Das Denken über Selbstsozialisation ist begrifflich durch
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den beschriebenen Ansatz Niklas Luhmanns inspiriert. Der
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einflussreichste Sozialisationstheoretiker des Konzeptes
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Selbstsozialisation wird dann aber der Kindheits- und
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Jugendforscher Jürgen Zinnecker (1941–2011). Für
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Zinnecker bezeichnet das Konzept Selbstsozialisation einen
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theoretischen Schlusspunkt in der Entwicklung der
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Sozialisationsforschung nach dem zweiten Weltkrieg
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